Einen Dollar pro Nachricht, einmal pro Woche. So stellt sich Facebook offenbar ein neues Einnahmemodell vor und testet es wie bereits im Dezember angekündigt in den USA und in 36 weiteren Ländern, darunter auch Deutschland. Demnach sollen die bezahlten Nachrichten sicherstellen, dass sie vom Empfänger auch tatsächlich gesehen und gelesen werden. Denn im Eingangsordner landen nur Nachrichten von Nutzern, mit denen man auch befreundet ist, inklusive der entsprechenden Mitteilung. Mitteilungen, die im "Sonstigen"-Unterordner gesammelt werden, gehen schon mal unter - auch regelmäßige Facebook-Nutzer nehmen den kaum wahr und müssen erst mal danach suchen.

Zielsicher in den Posteingang

Bezahlen also für eine Nachricht an den Lieblings-Promi (womit aber nicht garantiert ist, dass der die Botschaft auch tatsächlich liest)? Wenn ich also jemanden kontaktieren möchte, mit dem ich nicht befreundet bin, den ich aber in einem Konzert gesehen habe? Oder wenn ich jemanden wegen eines Stellenangebots kontaktieren will - wie Facebook auf seinem Blog schreibt? Laut der Seite allfacebook.de wird Facebook beim Klick auf "Nachricht" einen neuen Dialog zeigen, der die Bezahlfunktion bereitstellt. Wer nichts bezahlen möchte, kann wie bisher auch dennoch eine Nachricht schreiben. Die landet dann aber nicht im Posteingang, sondern unter "Sonstiges" und wird vielleicht nie gesehen. Unbeeinflusst davon bleiben Nachrichten an Freunde - die allerdings wie bisher auch erst eine entsprechende Anfrage beantwortet haben müssen.

Nach der Vorstellung von Facebook Home in der vergangenen Woche dehnt das soziale Netzwerk jetzt den Bezahl-Dienst aus. Die Intention ist klar: Geld verdienen, auch wenn die Idee noch so seltsam und unlogisch klingen mag. Ob sie dem Ansehen schadet, ist dabei scheinbar egal.