Nein, keine Angst. Ich habe nicht vor, tagtäglich auf die unglückseligen Festspielleiterinnen in Bayreuth und ihren in jeder Hinsicht unkontrollierten Verwaltungsratsvorgesetzten aus der Landeshauptstadt dreinzuschlagen.

Es gibt weiß Gott Besseres aus der Wagnerwelt zu berichten - und wenn es nur ein kleiner Tagebucheintrag ist. "Wir nahmen gestern", notierte Cosima Wagner am 4. Januar vor 140 Jahren, "Figaro's Hochzeit vor (die letzte Scene), darauf lesen wir diese selbe Scene in Beaumarchais, und wir mussten abermals die Verklärung durch die Musik empfinden." Und sie zitiert ihren Göttergatten wie folgt: "In dem Stück sind es wie Käfer, die auf der Erde sich mühen, in der Oper wie Schmetterlinge, die in der Luft spielen."

Was für ein Vergleich, was für großartiges Bild! Apropos: Falls Sie noch keinen aktuellen Wandkalender haben, verweise ich gerne auf "Wagners Welt" aus dem Laaber Verlag. Auf 26 Zweiwochenblättern im Format 25 x 35 cm gibt er bekannte und einige weniger bekannte Einblicke in Leben und Werk des Dichterkomponisten (24,80 Euro). David Boakye-Ansah hat ihn abwechslungsreich zusammengestellt und mal ausführlicher, mal kurz und ein paar mal zu kurz betextet. Dafür sind die Hinweise auf die hauseigenen Wagner-Publikationen umso länger. Was kein Beinbruch ist, denn wer sich auf die Homepage des Verlags locken lässt, findet dort unter anderem ein großes Wagner-Gewinnspiel. Als Hauptpreis winken zwei Festspielkarten samt Hotelunterbringung, Einsendeschluss ist der 31. Januar.

Das hier abgebildete Titelblatt zeigt Aufnahmen Richard Wagners aus einer Fotoserie vom 24. Mai 1877, die zwei Tage nach seinem 64. Geburtstag entstanden ist - und ein Dreivierteljahr nach den ersten Bayreuther Festspielen. Zwar ließ sich Wagner laut seiner Gattin während seiner Londoner Konzertreise nur "notgedrungen" zu einer Sitzung im Atelier von Elliot & Fry überreden und ablichten, aber sein gesammelter, selbstbewusster und doch auch entspannter Gesichtsausdruck spiegelt, dass er am Gipfelpunkt angekommen ist.

Bleiben noch die heutigen Geburtstagskinder - wie Giovanni Battista Pergolesi (1710-1736), der vor 303 Jahren in Jesi bei Ancona auf die Welt kam, wie John McLaughlin, der heute 71 wird, und die Oper "Gli americani" von Johann Simon Mayr, die am Januar 1806 im Teatro la Fenice in Venedig uraufgeführt wurde.

Interessantes rund ums Wagner Jahr: www.laaber-verlag.de