Russland stört sich schon länger an der marktbeherrschenden Stellung von Google und Apple und könnte diese Übermacht nun durch ein eigenes Betriebssystem, zumindest im eigenen Land, brechen. Entwickelt werden soll es basierend auf Sailfish OS. Der für Kommunikation zuständige Minister Nikolai Nikiforov kündigte via Twitter an, dass man gemeinsam mit dem Unternehmen Open Mobile Platform ein auf Linux basierendes Betriebssystem programmieren werde. Russland könnte sich auch andere Ländern mit ins Boot holen, die Rede ist von Brasilien, Indien, China und Südafrika. Ziel der Aktion sind preiswerte Smartphone für den Massenmarkt, unabhängig von Apple oder Google.

Sailfish OS wurde vom Unternehmen Jolla aus Finnland entwickelt, vorwiegend aus ehemaligen Nokia-Programmierern. Basis für Sailfish OS ist Linux – Linux sitzt auch bei Googles Android unter der Haube. Auf massentauglichen Endgeräten ist das System bislang aber nicht angekommen, für das Google Nexus 5 und das Samsung S3 LTE gab es angepasste Versionen. Außerdem läuft Sailfish OS auf einem von Jolla entwickelten Smartphone, das 2013 vorgestellt wurde.

Der Technik-Michel meint:
Für Sailfish OS gilt an sich das gleiche wie für alle Betriebssysteme im Smartphone-Bereich, die nicht Android oder iOS heißen: Erfolgreich geht nur mit vielen Apps. Und die kann es für ein junges System wie Sailfish OS nicht geben, selbst Microsoft droht mit Windows 10 Mobile aktuell genau an diesem Punkt zu scheitern. Natürlich könnten Länder wie Russland Sailfish OS Flügel verleihen, der Aufwand erscheint aber riesig. Nur: Google und Apple sind in einigen Ländern derart „unbeliebt“, dass scheinbar jeder Aufwand lohnt.