Pfirsichbäume gehören besonders in kleinen Gärten zu den beliebtesten Obstgehölzen. Sie blühen wunderschön, tragen schon nach wenigen Jahren und benötigen relativ wenig Platz. Man kann sie als niedrige Bäume oder Buschbäume erziehen. Daher sind sie auch oft in Vorgärten und engen Hofräumen zu finden. Pfirsichbäume wollen einen möglichst warmen und sonnigen Standort. In kalten Gegenden werden sie deshalb gern als Spaliere an der Hauswand eingesetzt.

Da junge Bäume etwas frostempfindlich sind, pflanzt man sie am besten im Frühjahr. Bis zum nächsten Winter sind sie dann schon fest verwurzelt und können dann der Kälte trotzen. Leider werden die Blätter gern von der Kräuselkrankheit befallen. Hierbei handelt es sich um eine gefährliche Pilzkrankheit bei Pfirsichen. Man sollte deshalb Sorten wie "Benedicte" oder "Revita" auswählen, die weniger anfällig dafür sind.

Um gute Erträge zu erzielen, muss der Pfirsichbaum unbedingt jedes Jahr geschnitten werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist kurz vor oder während der Blüte, da die Wunden dann schnell verheilen können. Der Pfirsichbaum setzt seine Früchte, ähnlich wie Sauerkirschen, nur am einjährigen Holz an, also an den Trieben, die im vergangenen Jahr gewachsen sind. So entstehen, durch ein fortlaufendes Längenwachstum, im Laufe der Zeit lange Peitschentriebe, die nach innen hin immer mehr verkahlen. Die Blüten bilden sich dann bloß noch im äußeren Bereich. Nur ein konsequenter Schnitt kann das verhindern. Er regt den Baum dazu an, neues vitales Fruchtholz von innen her zu bilden.

Schnitt ist nicht einfach

Einen Pfirsichbaum zu schneiden, ist also gar nicht so einfach. Man muss bei ihm auch unterscheiden zwischen Bukett- und Fruchttrieben, sowie wahren und falschen Fruchttrieben. Am besten ist das Wesensmerkmal jetzt in der Blüte zu erkennen. Die schönsten Früchte entwickeln sich an den wahren Fruchttrieben. Bei diesen sind die runden Blütenknospen mit spitze Blattknospen kombiniert. Falsche Fruchttriebe besitzen nur runde Blütenknospen und sind kürzer und dünner. Die blattlosen Triebe können die Früchte nicht ernähren. Sie werden ganz abgeschnitten oder auf ein bis zwei Augen zurück genommen.

Die so genannten Holztriebe, die nur spitze Blattknospen haben, sind für den Kronenaufbau wichtig. Wenn man sie auf zwei bis drei Augen eingekürzt, bekommt der Baum von innen her viele frische und kräftige Triebe, die für eine ständige Verjüngung der Krone sorgen. Die kurzen Buketttriebe, die am älteren Holz wachsen, bleiben aber unbehandelt. Man kann den Pfirsichbaum auch so aufbauen, dass er eine schalenartige Kronenform bekommt. Damit werden alle Triebe optimal von der Sonne beschienen. Die Früchte können somit süß und aromatisch heranreifen.

Um aber eine solche "Hohlkrone" zu bekommen, wird die Stammverlängerung über dem obersten der vier Leitäste abgeschnitten so wie alle nach innen wachsenden Triebe. Auch im Sommer sollten zu dicht stehende Triebe heraus genommen werden, damit Licht und Luft in das Innere der Krone kommt. Da Pfirsichholz sehr brüchig ist, sollte man besonders darauf achten, dass keine zu langen Triebe vorhanden sind.

Süßkirschen nach der Ernte schneiden

Für die empfindlichen Süßkirschen hat sich ein Schnitt direkt nach der Ernte als vorteilhaft erwiesen. Auch an Gehölzen mit einem frühen und hohen Saftdruck im Frühjahr soll man nur im belaubten Zustand schneiden. Dies gilt besonders für den Walnussbaum. Bei den stark wachsenden Kiwis werden die langen Schlingtriebe im Sommer auf einen halben Meter eingekürzt. An den Obstgehölzen wachsen langsam die ersten zarten Schößlinge aus den Knospen. Dann ist es ein Kinderspiel, alle überschüssigen sowie nach innen wachsenden Triebe zu entfernen. Man drückt sie einfach mit dem Daumennagel weg.

Diese Maßnahme ist besonders bei jungen Bäumen leicht zu machen. Man erspart sich dadurch später viel Schneidarbeit. Gleichzeitig werden dabei die "schlafenden Augen" mit ausgerissen, die später beim Schnitt mit der Schere erhalten bleiben und dann wieder austreiben können. Am Stamm ist ein Abstreifen der weichen überschüssigen Triebe möglich. Das zeitige "Entkrauten" hat auch den Vorteil, dass dem Baum viel Kraft erspart bleibt. Diese steht dann für den Aufbau der wichtigen Leit- und Fruchtäste zur Verfügung.

Wer es einmal mit dem Veredeln von Obstbäumen versuchen möchte, kann das jetzt tun. Das sogenannte Pfropfen hinter die Rinde, das "Pelzen", ist die einfachste Art der Veredlung und ist nur möglich, wenn sich die Rinde vom Holz lösen lässt. Am besten ist es, einmal an einen Veredlungskurs teilzunehmen. Vor allem muss der richtige Schnitt des Reisers geübt werden, der in einem Zug erfolgen und möglichst lang sein sollte. Wichtig sind gute Edelreiser, die sich noch in absoluter Winterruhe befinden, sowie ein sehr scharfes Messer, Bast und Baumwachs. Das Veredeln von Obstbäumen wurde in früheren Zeiten auf dem Lande schon in der Volksschule gelehrt und von den Landwirten wie selbstverständlich beherrscht.