Nichts desto trotz haben wir uns den Strandtag am Vormittag nicht vermiesen lassen. Zunächst fing es mit leichtem Tröpfeln an - zum Ende standen die Verkehrsstraßen generell unter Wasser. Wir sahen dies als Trauerzeichen, dass wir den Staat Maranhão verlassen mussten: der Flug nach Rio stand an.

In Rio erwartete uns jedoch standesgemäß die Sonne, wettertechnisch war es also auf jeden Fall eine Verbesserung. Trotzdem müssen wir uns erst an unsere neue Unterkunft gewöhnen. Untergebracht sind wir nämlich jetzt in einer Schule - teilweise in Klassenzimmern, teilweise im Dachgewölbe mit frischen, durchziehenden Lüften. Der Abschied von den lieben Menschen im Staat Maranhão ist uns nicht leicht gefallen, aber wir sind alle sicher, dass wir in Rio eine tolle Zeit haben werden.

Auch der Bischof von Coroatá, mit dem wir letzte Woche bereits einen Gottesdienst gefeiert haben, ist davon überzeugt. Durch Zufall saß er im selben Flieger wie wir in die heimliche Hauptstadt Brasiliens. Durch seine herzliche und sehr persönliche Art versüßte er uns den Start unserer Rio-Phase. Wenn denn nur alle Bischöfe so wären, wie ihre Kollegen hier in Brasilien ...

Damit wir während der offiziellen Weltjugendtage auch ordentlich ausgestattet sind, haben wir heute unsere Pilgerrucksäcke mit den notwendigsten Dingen für die nächsten Tage bekommen, unter anderem die Essens- und Metrokarte, eine Trinkflasche, einen Stadtplan und noch vielen weitere Sachen.

Hier in der Hafenschule sind die Quartiere bereits aufgeschlagen. 250 Leute aus den bayerischen Diözesen werden zusammen mit uns Bambergern und Eichstättern die Matratzen und Isomatten ausbreiten. Inwieweit diese effektiv in den Abendstunden genutzt werden, ist aber noch unsicher; denn vor uns stehen intensive Tage im wunderschönen Rio de Janeiro.

Sebastian