Natürlich hat es gute Gründe, warum die Smartphone-Hersteller zunehmend auf fest verbaute Akkus setzen. Sie nennen zwar offiziell das Design, das vorteilhafter werde, wenn sich die Rückseite nicht abnehmen lassen kann, vielmehr dürfte aber der anschließend notwendige Support der Grund sein: Denn den Akku wechseln kann oftmals nur eine zertifizierte Werkstatt – und so mancher Kunde kauft sich dann eben nach zwei oder drei Jahren einfach ein neues Gerät.

Dass es auch anders geht, zeigt LG aktuell auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona. Das neue Topmodell G5 besteht aus einem Unibody-Gehäuse, die Rückseite lässt sich also nicht abnehmen. Dafür hat LG unten eine Art Klappe angepasst, durch die einfach der Ersatzakku eingeschoben werden kann. In dieser Form gab es das bei Smartphones noch nicht. Bei den weiteren Standardfunktionen, vom Fingerabdrucksensor bis hin zur Kamera, spielt es in einer Liga mit den Topgeräten anderer Hersteller. LG verbaut zudem den aktuellen Oberklasse-Prozessor von Snapdragon (Modell 820), so dass selbst aufwändige Spiele auf dem G5 laufen. Ein Wort noch zur 16-Megapixel-Kamera: Sie ist in Weitwinkel-Optik ausgeführt, die Frontkamera kommt auf acht Megapixel.

Dass es zur Speichererweiterung einen microSD-Einschub gibt, ist bei LG an sich selbstverständlich. Ein Novum ist aber ein weiterer „Einschub“: In das Akkufach können Erweiterungsmodule eingeschoben werden. Zwei gibt es gleich zum Marktstart: Ein Soundmodul mit Technik von Bang & Olufson und ein Kameramodul. Das bringt einen Handgriff mit, so dass das Smartphone beim Fotografieren besser gehalten werden kann und sich damit einer echten Digitalkamera annähert. Im Modul ist ein Zusatzakku integriert, so dass nicht zu viel Power von der eigentlichen Smartphone-Nutzung abzogen wird.

Der Technik-Michel meint:
Auf dem LG G5 läuft, wie auf den meisten Topmodellen der Smartphone-Hersteller, das Betriebssystem Android 6. Dran gewöhnen muss man sich, dass für Android mittlerweile auch Apple-Preise aufgerufen werden. Denn das G5 kostet zum Marktstart über 700 Euro. Im Vergleich zu Samsung und Sony, die ebenfalls neue Geräte vorgestellt haben (siehe Blogeinträge der vergangenen Tage), ist das LG aber ein wirklich erfrischendes Smartphone für alle, die vom Samsung- und Sony-Einheitsbrei genug haben. Und da die Preise von Android-Geräten naturgemäß fallen, wird das G5, wie auch die neuen S7-Modelle von Samsung, ab dem Sommer sicher einigermaßen erschwinglich sein.