Flickr ist mit seinem Alter von knapp über zehn Jahren schon ein echter Dinosaurier im Internet. Somit begann Flickr seine Verbreitung auch nicht über Smartphones, sondern als klassischer Fotodienst im Browser. Pinterest, deutlich jünger und eher dem App-Zeitalter zuzuordnen, verfolgt einen ähnlichen Ansatz und sammelt Bilder thematisch an „Pinnwänden“, die dann wiederum mit anderen Nutzern geteilt werden können.

Wie bei derartigen Diensten oft: Mehrfach sorgten die Nutzungsbedingungen für Kritik. Pinterest hatte sich mit einer Änderung die Rechte am Verkauf von Fotos einräumen lassen, dies aber wieder zurückgenommen. Und Flickr verkauft seit 2014 Fotos einzelner Fotografen, ohne diese zu entlohnen – und verweist darauf, dass die meisten Nutzer ihre Bilder unter einer offenen Lizenz einstellen, die dies erlaube. In der App beispielsweise gibt es über eine solche Lizenz oder gar die Möglichkeit einer Auswahl keine Informationen. 

Die Grundfunktionen
Dass Flickr dem eigentlichen Ursprung nach kein soziales Netzwerk ist, wird schon beim Start der App auf dem Smartphone klar: 1.000 Gigabyte Speicher erhält der Nutzer zu Beginn seiner Aktivität, ein Yahoo-Konto ist zur Nutzung obligatorisch, gespeicherte Aufnahmen können zunächst privat in einer Galerie abgelegt werden. Direkt beim Hochladen ist es möglich, Fotos einem Album zuzuweisen und einen Ort zu markieren. Eine „Gefällt mir“-Funktion für öffentliche oder für Freunde sichtbare Bilder gibt es auch, sie können mit einem Stern favorisiert werden, Kommentare sowie das Teilen gibt es ebenfalls.

Pinterest ist ein insbesondere optisch richtig gut gelungener Dienst, der sich in Deutschland bislang allerdings nicht derart großer Beliebtheit erfreut wie etwa Instagram. Entweder ein eigener Benutzername oder das Login per Facebook und Google werden beim Start der App nachgefragt. Organisiert werden die Bilder hier an Pinnwänden. Diese können jederzeit auch für Freunde zugänglich gemacht werden, so dass es zum Beispiel möglich ist, auf einer gemeinsam genutzten Pinnwand Urlaubsbilder zu teilen oder besuchte Orte zu sammeln. Tolle Fotos können mit einem Herz versehen oder auch kommentiert werden.

Verbindung zu anderen Diensten
Beide Apps sind recht offen für andere Dienste. Bei Flickr können Fotos direkt beim Posten auch an Facebook, Twitter und den Microblogging-Dienst Tumblr gesendet werden. Durch die Verbindung mit Facebook und Twitter über das Einstellungsmenü werden die dortigen Freunde und Follower gefunden und können eingeladen werden. Einen Schritt weiter geht Pinterest: Während der Bildschirm beim Veröffentlichen nur „Beschreibung“, „Ort“ und die Auswahl der „Pinnwand“ ermöglicht, können die Pinnwände selbst anschließend bei Facebook & Co. geteilt werden. Ebenfalls integriert, und das ist aufgrund der Popularität der Messenger sehr schlau, sind WhatsApp und der Facebook Messenger – Freunde können so direkt über neue Bilder benachrichtigt werden.

Fazit
Flickr und Pinterest verfolgen einen anderen Ansatz als Instagram. Es geht nicht mehr nur darum, Alltagsbilder schnell zu teilen, sondern in Galerien oder Pinnwänden ganze Fotosammlungen zu veröffentlichen und diese vielleicht später zu erweitern oder sogar für Freunde soweit zu öffnen, dass sie selbst Bilder hinzufügen können. Die Bedienung der Apps auf dem Smartphone geht problemlos vonstatten, wobei Pinterest optisch sehr gut gefällt, Flickr aber etwas durchdachter ist und sogar noch einige Bearbeitungsfunktionen für die hochgeladenen Fotos bereitstellt.

Links
Flickr für Android-Smartphones
Flickr für Apple-Smartphones
Flickr (inoffizielle App) für Windows Phone

Pinterest für Android-Smartphones
Pinterest für Apple-Smartphones
Pinterest (inoffizielle App) für Windows Phone