Ist es nicht wunderbar, wenn man nicht mehr beleidigt, belästigt oder verfolgt wird? Das haben sich auch die chinesischen Behörden gedacht - und eine "große chinesische Firewall" errichtet. Mit der Folge, dass sich 500 Millionen Internet-Nutzer nicht nur mit ihrem richtigen Namen bei den entsprechenden Diensteanbietern anmelden müssen. Sie haben jetzt auch die Gewissheit, dass sie "unerwünschte" Informationen schlichtweg nicht mehr erreichen. Dafür sorgt eine Heerschar von tausenden Zensoren und natürlich die ständige Blockierung von westlichen Netzwerken wie Twitter oder Facebook.

Wir stellen uns also als filmreifes Szenario vor, wie Zensoren ihre Entferne-Knöpfe auf der Tastatur quälen (vielleicht hat die Tastatur auch nur diesen Knopf) und im unermüdlichen Dauereinsatz in dunklen Tiefen unter chinesischen Städten ihre Mitbürger vor dem bösen Internet im Allgemeinen und der westlichen Welt im Besonderen schützen.

Doch - die entsprechende Meldung ist Realität und nicht das Skript für einen neuen Film. Chinas Machthaber sind seit Jahren wahre Meister im Blocken von Seiten, Diensten und dem Ausfiltern von Informationen. Und die beste Bestätigung dafür, dass die Wirklichkeit immer noch bessere Drehbücher schreibt als jede Filmfabrik - so schlimm die Wirklichkeit auch sein mag.