Der Konzern habe noch einiges im Köcher - vielleicht eine Uhr, vielleicht einen Fernseher, vielleicht aber auch nur die neue Version des Betriebssystems iOS. Was sich Tim Cook auf der Konferenz D11 des Blogs "All Things D" in einem Interview entlocken ließ, ist so kryptisch wie man es von Apple erwartet. Und natürlich dürfen kleine, feine Seitenhiebe auf den Konkurrenten Google nicht fehlen. Dessen Datenbrille sei für die meisten Menschen nicht attraktiv, weil die nur dann Brillen aufsetzen würden, wenn sie sie brauchen. Viel interessanter seien aber Sensoren, die am Körper getragen werden und mit denen man diverse Dinge steuern könne. Und natürlich wurde er auch nicht konkreter. Auch nicht im Bereich des TV-Geschäfts, in dem Cook von "großen Vision" sprach.


Ein eigenes Fernsehgerät?

Dabei wäre es aus fränkischer Sicht schon interessant zu wissen, ob die immer wieder hochkochenden Gerüchte um einen Einstieg Apples beim Kronacher Fernsehhersteller Loewe tatsächlich jeglicher Grundlage entbehren und dem blühenden Reich der Fantasie Einheimischer und Apple-Fans gleichermaßen entspringen. Wenn man das neue Video sieht, mit dem Loewe seit kurzem in Fernsehpausen wirbt, drängen sich die Gemeinsamkeiten förmlich auf: das klare, saubere, puristische Design, das gleichzeitig verspricht, dass die Technik, die es umhüllt, das Beste vom Besten ist - so wie Apple, auf dessen Werbung Loewe meiner Ansicht nach anspielt. (Ich jedenfalls fühlte mich beim ersten Ansehen daran erinnert). Immerhin verneinte Tim Cook die Frage, ob Apple ein eigenes Fernsehgerät auf den Markt bringen würde, nicht. Könnte also doch etwas dran sein an dem Gerücht?


Apple hat vorgelegt, andere haben nachgezogen

Doch jenseits der Tatsache, dass man Loewe (und den Mitarbeitern dort) einen finanzstarken Investor wünschen würde, muss Apple immer noch beweisen, dass es nach dem Tod des legendären Gründers Steve Jobs mehr kann, als bereits Bekanntes neu zu verpacken. Nicht nur Apple-Fans erinnern sich an dessen Auftritte, bei denen er wirklich Neues aus der Hosentasche zauberte. Der iPod, das iPhone und das iPad waren wegweisend - auch für die Produkte anderer Hersteller. Doch die haben mittlerweile nicht nur nachgezogen, sondern Apple überholt. Zumindest in Sachen spektakulärer Präsentation hat Google auf seiner Entwicklerkonferenz im vergangenen Jahr kräftig vorgelegt. Die Internetbrille Google Glass wurde mit einem Fallschirmsprung präsentiert, den man live mitverfolgen konnte. In diesem Jahr ging es zwar weit weniger aufsehenerregend zu, der überraschende Auftritt des Google-Chefs Larry Page hatte aber durchaus einen hohen Kultfaktor.


Entwicklerkonferenz beginnt am 10. Juni

Sicher: Tim Cook ist nicht Steve Jobs und er wird wohl auch nie die genauso verehrt werden. Doch im Grunde muss das auch nicht sein. Ob Apple tatsächlich Visionen hat, ist im Grunde nicht so wichtig wie die Frage, ob diese Visionen sich sicht- und kaufbar in realen Produkten niederschlagen. Auf der Entwicklerkonferenz, die ab dem 10. Juni stattfindet, wird der Öffentlichkeit wieder einmal ein Blick hinter den Vorhang gewährt. Ob wir dann Spektakuläres sehen werden?