In Indonesien ist ein Passagierflugzeug mit mehr als 180 Menschen an Bord abgestürzt. Die Boeing 737 des indonesischen Billigfliegers Lion Air verschwand am Montag wenige Minuten nach dem Start in der Hauptstadt Jakarta von den Radarschirmen. Vermutet wird, dass sie auf dem Weg zu der Insel Bangka ins Meer stürzte. Die Rettungsdienste entdeckten inzwischen die ersten Trümmer, wie die Behörden mitteilten. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, ist gering.

Staatsangehörigkeiten der Passagiere noch unklar

Die Maschine befand sich auf einem Inlandsflug von Jakarta nach Pangkal Pinang auf der Insel Bangka. Nach Angaben des Verkehrsministeriums waren 180 Passagiere an Bord. Die Zahl der Besatzungsmitglieder wurde mit mindestens sechs angegeben. Ob sich auch Ausländer an Bord befanden, blieb anfangs offen. Ein Sprecher der Rettungsdienste, Muhammad Syaugii, sagte: "Wir haben Rettungswesten, Handys und Flugzeugteile entdeckt. Vermutet werde, dass das Wrack der Maschine nun in einer Tiefe von etwa 35 Metern im Meer liege.

Funkkontakt bereits kurz nach Start abgebrochen

Die Boeing der Billigfluglinie Lion Air war um 06.20 Uhr Ortszeit (00.20 Uhr MEZ) in Jakarta gestartet. Zuletzt wurde Flug JT-610 dann bei Karawang in der Provinz West-Java geortet, sagte Yusuf Latif, ein Sprecher des nationalen Such- und Rettungsdienstes. Dort sei auch der Funkkontakt zu dem Flugzeug abgebrochen, berichtete die Flugleitstelle. Lion Air ist eine indonesische Billigfluglinie, die 1999 gegründet wurde. Die stark expandierende Gesellschaft, die moderne Jets der Hersteller Boeing und Airbus einsetzt, fliegt hauptsächlich Ziele innerhalb Indonesiens an. Allerdings stehen auch einige wenige Auslandsziele auf dem Streckenplan von Lion Air. Die Flotte umfasst mehr als 100 Maschinen.

Ursache wohl technisches Problem

Der Absturz der Maschine ist vermutlich auf ein technisches Problem zurückzuführen. Der Vorstandschef der Fluggesellschaft, Edward Sirait, berichtete am Montag, dass der Pilot der Boeing 737 kurz nach dem Start um Erlaubnis gebeten habe, zum Flughafen Jakarta zurückzukehren. Die Maschine stürzte wenig später ins Meer. Dabei kamen vermutlich alle 181 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder ums Leben. "Unser Pilot hat nach Vorschrift gehandelt", sagte der Chef der Fluglinie. "Als er gesehen hat, dass es ein Problem gibt, hat er darum gebeten, zur Basis zurückkehren zu dürfen. Aber wir wissen, wie es zu Ende ging."

Sprecher der Fluglinie bestätigt technisches Problem - keine Details

Sirait bestätigte, dass die Maschine zuvor schon ein technisches Problem gehabt habe. Dies sei jedoch vor dem Flug am Montag behoben worden. Details nannte er nicht. Die Boeing 737 MAX 8 war auf dem Weg aus der Hauptstadt Jakarta zu der Nachbarinsel Bangka. Der Flug sollte nur eine Stunde dauern. Das Flugzeug war nach Angaben der Behörden erst zwei Monate alt. Die Maschine habe erst 800 Flugstunden hinter sich gehabt, sagte der Chef des indonesischen Flugsicherheits-Komitees, Soerjanto Tjahjono, im Fernsehsender Kompas TV.