Das Thema konnte aktueller nicht sein: Draußen schönstes Sommerwetter, das die Vorfreude auf die großen Ferien und den Urlaub im wahrsten Sinne des Wortes anheizte. Drinnen zwei Experten, die sich mit dem auskennen, was man für eine Reise braucht: Geld.
Welche Zahlungsmittel in die Urlaubskasse gehören und wie man sich vor Diebstahl schützt, darüber informierten bei einer Telefonaktion dieser Zeitung Elfriede Reckerth (Commerzbank Bamberg) und Markus Fösel (Sparkasse Bamberg). Im Folgenden eine Zusammenfassung der wichtigsten Fragen und Antworten.

Ich habe nur eine Girocard. Reicht das für meinen Auslandsurlaub?
Das können wir nicht empfehlen. Grundsätzlich sollten Sie immer zwei Möglichkeiten haben, an Geld zu kommen oder zu bezahlen. Eventuell kann es zu Akzeptanzproblemen mit einer Karte kommen oder eine Zahlungskarte kann auch mal defekt sein. Achten Sie auf die Symbole auf Ihrer Geldkarte: Das Maestro-Zeichen steht für weltweite Akzeptanz, während Karten mit dem V-Pay-Logo hauptsächlich innerhalb Europas funktionieren.

Wir machen eine Safari in Namibia. Was raten Sie uns für die Reisekasse?
Nehmen Sie eine Kreditkarte für bargeldlose Zahlungen mit und Ihre Girokarte (Maestro) für Bargeldabhebungen. Geldautomaten sind in den Städten und Gemeinden bei vielen Banken verfügbar. Die Öffnungszeiten können jedoch variieren. Für Snacks oder Trinkgelder sollten Sie einige US-Dollar dabei haben. Reisende, die mit ihren Zahlungskarten im Ausland bezahlen und Geld abheben möchten, sollten sich vor Reiseantritt bei ihrem Kreditinstitut über die Nutzungsmöglichkeit ihrer Karten informieren.

Wir fahren im Herbst in die USA. Welche Tipps haben Sie für unsere Reisekasse?
Besorgen Sie sich einen Handbestand US-Dollar in kleinen Scheinen für die Ausgaben der ersten Tage. Daneben sollten Sie eine Kreditkarte im Gepäck haben, da diese in Amerika am weitesten verbreitet ist. Damit können Sie bequem im Handel, an Tankstellen, in Restaurants oder Hotels bezahlen. Für die Anmietung eines Autos ist eine Kreditkarte in der Regel sogar notwendig. Bargeld erhalten Sie mit der Kreditkarte und der Girocard (Maestro-Logo) gleichermaßen.

Meine Tochter und ich machen eine Schiffreise nach Dänemark, Schweden Norwegen und Finnland. Sollen wir die Landeswährung bereits Zuhause tauschen?
Ja, besorgen Sie sich einen kleinen Handbestand der vier Währungen für Ausflüge, Snacks oder Trinkgelder. An Bord können Sie bequem mit Ihrer Kreditkarte zahlen.

Bald geht es nach St. Petersburg und Moskau. Wie soll unsere Reisekasse ausgestattet sein?
Wir empfehlen Ihnen eine Kreditkarte und eine Geldkarte (Maestro) dabei zu haben. Bargeld können Sie vor Ort am besten in offiziellen Banken abheben.

Gibt es im Ausland eine Beschränkung des Verfügungsrahmens?
Denken Sie bitte daran, den persönlichen Verfügungsrahmen Ihrer Zahlungskarten für den Auslandseinsatz bei Bedarf anzupassen bzw. zu erhöhen. Aus Sicherheitsgründen kann es auch sein, dass die Karten erst freigeschaltet werden müssen. Beides sollten Sie unbedingt rechtzeitig vor Reiseantritt mit Ihrer Bank oder Sparkasse klären.

Sollen wir für unseren Schweiz-Urlaub schon in Deutschland Geld tauschen?
Tauschen Sie bereits einige Schweizer Franken bei Ihrer Hausbank. Im Urlaub können Sie mit Ihrer Karte Geld am Automaten ziehen und mit der Kreditkarte bargeldlos bezahlen.

Unsere Tochter (15) fährt für einen Schüleraustausch nach Argentinien. Wie versorgen wir sie mit Bargeld?
Sie können für Ihre Tochter eine Prepaid-Kreditkarte ausstellen lassen. Diese können Sie mit einem bestimmten Betrag aufladen und bei Bedarf von Deutschland aus noch mehr Geld auf die Karte überweisen. Zusätzlich sollten Sie ihr auch eine Girocard (Maestro- oder Cirrus-Zeichen) mitgeben. Für die ersten Ausgaben empfehlen wir einen Handbestand US-Dollar in kleiner Stückelung. Das Geldautomatennetz ist gut, so dass sich Ihre Tochter bequem mit Bargeld versorgen kann. Während der nationalen Feiertage können Geldautomaten leer sein. Es wird empfohlen, sich rechtzeitig genügend Bargeld abzuheben.

Was mache ich, wenn mir im Urlaub die Brieftasche gestohlen wird?
Wenn Ihnen die Kreditkarte abhandenkommt, erhalten Sie - abhängig von den Konditionen und Leistungen - gegen Gebühr eine Soforthilfe von der Kreditkartengesellschaft, so dass Sie innerhalb weniger Tage eine Ersatzkarte haben. Eine Girocard lässt sich hingegen nicht so schnell ersetzen. Dann bleibt noch die Möglichkeit einer Bargeldüberweisung durch Verwandte oder Freunde. Dazu können Sie gegen Gebühr einen Geldtransferdienst nutzen. Wenn auch der Ausweis gestohlen wurde, wenden Sie sich an die deutsche Botschaft.

Wo erhalte ich Sicherheitsinformationen für mein Reiseland?
Zum Beispiel mit der "Sicher reisen"-App des Auswärtigen Amts. Hier finden Sie über nahezu jedes Land Informationen zu Sicherheitslage und Einreiseformalitäten sowie Kontaktdaten zu Deutschen Botschaften vor Ort.

Ich möchte für meine Reise schon in Deutschland die Fremdwährung kaufen. Bekomme ich das Geld bei meiner Bank?
In der Regel ist das kein Problem. Sagen Sie Ihrer Bank jedoch rechtzeitig Bescheid, denn die Kreditinstitute haben die ausländischen Banknoten nicht mehr vorrätig und müssen das Geld erst bestellen.

Ich fliege bald nach London. Ein Freund meinte, ich brauche dort für den Einsatz der Kreditkarte auch meine Geheimzahl. Stimmt das?
Ja, es gibt Länder, z. B. Großbritannien, wo Händler bei Kreditkartenzahlungen auch die Geheimzahl verlangen. Wenn Sie mit der Karte Geld am Automaten abheben möchten, benötigen Sie in jedem Fall die PIN. Daher ist es grundsätzlich ratsam, die Geheimzahl zu kennen.

Was muss ich bei der Bedienung ausländischer Geldautomaten beachten?
Nutzen Sie am besten nur die Geldautomaten offizieller Banken zu den Öffnungszeiten. Dann haben Sie im Notfall gleich einen Ansprechpartner. Wählen Sie eine Sprache, die Sie auch verstehen, um ungewollte Transaktionen wie beispielsweise Spenden) zu vermeiden. Wählen Sie außerdem die Abrechnung in Landeswährung statt in Euro, da sonst höhere Entgelte anfallen. Verdecken Sie immer die PIN-Eingabe und lassen Sie sich nicht von Fremden ablenken.

Apropos Geldautomaten: Was ist eigentlich mit Cryptowährungen wie z.B. Bitcoin und Ether?
Sie sind von Banken unabhängig und man benötigt nur ein Smartphone, eine kostenlose APP und einen Internetzugang z.B. über ein wenig mobile Daten. Auf eine Bitcoin-Geldbörse gibt es zwar keine Zinsen, aber der Wert von Bitcoin im Vergleich zum Euro hat sich in den letzten neun Monaten verdreifacht. Die Gebühren sind marginal. Weitere Infos zu Cryptocoins und Standorte von Geldautomaten gibt es unter https://www.cointed.com/?gclid=EAIaIQobChMIyIyl87uX1QIVihbTCh3vLAuqEAAYASAAEgI7LvD_BwE.


Geldkarte sperren: So funktioniert es

Es ist schnell passiert: Geldkarte weg. Wenn man sie nicht gleich wieder findet, empfiehlt es sich, die Karte sperren zu lassen. 2002 wurde zu diesem Zweck der Verein "Sperr e.V." gegründet, der heute "Sperr-Notruf 116 116 e. V." heißt. Unter dieser Nummer können Verbraucher bei Verlust alle möglichen Karten sperren lassen.
Dazu gehören Bankkunden-, Maestro- und Kreditkarten, Krankenkassen-, Mobilfunk- oder Kundenkarten, Mitarbeiterausweise oder die elektronische Identitätsfunktion des neuen Personalausweises. Die Sperrung ist wichtig, da im Verlustfall sonst sowohl für den Herausgeber als auch für den Verbraucher finanzielle Schäden und datenschutz- oder datensicherheitsspezifische Gefahren drohen.
Im Folgenden die wichtigsten Tipps für eine Kartensperrung aus dem Ausland, passend zu unserer Telefonaktion zum Thema "Reisekasse".

1. Wer seine Girocard oder Kreditkarte im Urlaub verliert, sollte sie sofort sperren. Aus dem Ausland ist der zentrale Sperr-Notruf 116 116 wie im Inland rund um die Uhr erreichbar. Die Gebühren für Anrufe aus dem Ausland sind abhängig vom ausländischen Anbieter bzw. Netzbetreiber. In Deutschland ist die Nummer kostenfrei. Zur besseren Erreichbarkeit aus dem Ausland ist der Sperr-Notruf auch unter der Nummer +49(0)3040504050 erreichbar.

2. Aus dem Ausland muss für den Sperr-Notruf die entsprechende Landesvorwahl nach Deutschland gewählt werden. In der Regel ist das die 0049 aus dem Festnetz bzw. +49 über das Mobilfunknetz. Allerdings gibt es auch Ausnahmen: In den USA beispielsweise gilt die Vorwahl 01149. Eine Übersicht der Auslandsvorwahlen gibt es auf www.sperr-notruf.de.

3. Für die Sperrung von Girocards und Kreditkarten sind die Kartendaten nötig. Daher ist es sinnvoll, die IBAN bzw. Kartennummern zu notieren und an einem sicheren Ort aufzubewahren. Die PIN hingegen sollte nicht vermerkt, sondern möglichst auswendig gelernt werden. Am besten macht man sich eine Kopie seiner Karten - dann hat man bei einer Sperrung alle Daten zur Hand.

4. Bei Diebstahl sollte man - nachdem die Zahlungskarten gesperrt wurden - unbedingt Strafanzeige bei der Polizei erstatten und das Protokoll gut aufheben.

Zum Schluss noch ein paar Tipps:

Kontoauszüge
Nach der Rückkehr aus dem Urlaub mit Einsatz der Geldkarte am Kassenterminal oder Geldautomaten ist es ratsam, regelmäßig seine Kontoauszüge zu prüfen. Werden unberechtigte Abbuchungen festgestellt, sollte man umgehend sein Geldinstitut kontaktieren und die Karte sperren lassen.

Infopass Unter www.kartensicherheit.de hat die Euro-Kartensysteme GmbH Infos zu bargeldlosen Zahlungsmitteln zusammengestellt. Auf der Seite gibt es auch einen SOS-Infopass mit den wichtigsten Sperrnummern für den Notfall zum Herunterladen.