Der Wirbelsturm "Sandy" ist mit voller Wucht auf die Ostküste der USA geprallt. Mindestens fünf Menschen - darunter zwei Kinder - kamen ersten Medienberichten zufolge ums Leben, weil sie von herabstürzenden Ästen getroffen wurden. In vielen Küstenabschnitten kam es zu katastrophenartigen Zuständen mit sintflutartigen Regenfällen und Überflutungen. Rund drei Millionen Menschen waren von der Stromversorgung abgeschnitten.

In der Nähe von New York wurden zwei Kinder in einem Haus von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Nach Angaben der Behörden spielten die beiden im ersten Stock des Hauses im Landkreis Westchester, als der große Ast das Dach durchschlug und die Kinder unter sich begrub. Ihr Alter wird mit "unter 14" Jahren angegeben. Auch im New Yorker Stadtteil Queens durchschlug ein Ast das Dach eines Holzhauses und tötete einen 29-jährigen Mann.

Das öffentliche Leben in Millionenmetropolen wie New York, Washington und Philadelphia kam zum Erliegen. Die Nahverkehrssysteme sowie Schulen, Behörden, Theater, Büchereien, Parks und zahlreiche Restaurants und Geschäfte blieben vielerorts geschlossen. Auch die Vereinten Nationen und die Wall Street waren zu.

Nach Angaben des US-Hurricane Centers erreichte das Auge von Zyklon "Sandy" am Montagabend (Ortszeit) im Bundesstaat New Jersey in nahe der Spielermetropole Atlantic City die Küste. Teile der Strandpromenade wurden beschädigt. Dann wirbelte der Sturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Kilometern pro Stunde an der US-Ostküste entlang. Wetterexperten befürchteten, dass er im Nordosten auf einen Wintersturm treffen könnte. Diese Kombination könnte zum schwersten Unwetter seit Jahrzehnten führen.

In New York knickte der Ausleger eines Baukrans ein und die Fassade eines mehrstöckigen Hauses krachte zusammen. Feuerwehr und Polizei mussten immer wieder zu Notfällen ausrücken. Die meisten Brücken und Tunnel waren geschlossen. In das U-Bahnsystem der Stadt drang Wasser ein. Fast 400.000 Menschen in tiefer gelegenen Gebieten der Metropole hatten zuvor ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Tausende Flüge an die US-Ostküste - auch von und nach Deutschland - wurden gestrichen.

Der Sturm wirkte sich auch bereits auf den Endspurt zur US-Wahl am 6. November aus. Sowohl Präsident Barack Obama als auch sein Herausforderer Mitt Romney sagten mehrere Termine ab. Obama kehrte von einer Wahlkampftour in Florida nach Washington zurück und rief die Bevölkerung eindringlich dazu auf, den Anweisungen der Behörden zu folgen. "Dies wird ein großer und mächtiger Sturm", warnte er im Weißen Haus. Er machte aber auch Mut: "Wir werden das zusammen überstehen." Obama rief für Washington und New York sowie für die Bundesstaaten Maryland, Massachusetts und Delaware den Notstand aus.

Bei einer dramatischen Rettungsaktion brachten zwei Hubschrauber der US-Küstenwache 14 Besatzungsmitglieder des Filmschiffs "Bounty" in Sicherheit. Eine Stunden später geborgene Frau starb. Der Kapitän des Schiffes wurde zunächst weiter vermisst. Der aus dem Hollywood-Klassiker "Die Meuterei auf der Bounty" von 1962 bekannte Großsegler war etwa 150 Kilometer südöstlich von North Carolina in Seenot geraten und aufgegeben worden.

Die Sturmschäden könnten sich nach Ansicht von Fachleuten auf etwa drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) belaufen. Insgesamt könnten rund 60 Millionen Menschen die Auswirkungen "Sandys" zu spüren bekommen, schätzte der Energieversorger National Grid.

Die Schiffe der Navy, die im Hafen Norfolk im Bundesstaat Virginia liegen, wurden verlegt. 61 000 Mitglieder der Nationalgarde waren in Katastrophen-Bereitschaft. Vielerorts sicherten Menschen ihre Häuser mit Brettern und Sandsäcken. "Sandy" hatte bereits auf ihrem Weg durch die Karibik nach jüngsten Angaben 67 Menschen in den Tod gerissen.

Hohe Schäden

Der Sturm hat bei seinem Aufprall auf die Ostküste der USA laut einer Expertenschätzung Schäden von bis zu 20 Milliarden US-Dollar angerichtet. Die Versicherungsbranche dürfte davon 5 bis 10 Milliarden Dollar zu tragen haben, teilte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat in der Nacht zum Dienstag in Oakland mit. Den volkswirtschaftlichen Schaden schätzen die Experten auf 10 bis 20 Milliarden Dollar.

Mindestens zehn Menschen sind allein in New York beim Durchzug von Wirbelsturm „Sandy“ ums Leben gekommen. Das sagte Bürgermeister Michael Bloomberg am Dienstag auf einer Pressekonferenz. Der Sturm hatte in der Millionen-Metropole massive Schäden angerichtet und das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. Die New Yorker Verkehrsbetriebe sprachen von der schwersten Zerstörung in der 108-jährigen Geschichte der U-Bahn.

Das Auge des Zyklons "Sandy" war am Montagabend (Ortszeit) im Bundesstaat New Jersey nahe der Spielermetropole Atlantic City an Land gegangen. Dann wirbelte der Sturm mit bis zu 140 Kilometern pro Stunde an der US-Ostküste entlang
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