Große Aufregung um einen niedersächsischen Lokalpolitiker: Der Seesener CDU-Politiker Wolfram Adam schreibt auf Facebook zu einem Bericht der Bildzeitung über das Hochwasser in Niedersachsen: "Gut das es nichts besseres zu berichten gibt als ein bisschen Wasser. Zig tausend neue Flüchtlinge in Deutschland, aber ein paar geflutete Keller in den Bereichen die eh andauernd unter Wasser stehen sind ganz oben."

Diese Äußerung hat nicht nur die Betroffenen des Hochwassers verärgert, auch die Chefin des Stadtverbands von Seesen hat sich deutlich zu Wort gemeldet. Auf Facebook schrieb sie: "Wir erwarten, dass Wolfram Adam alle Ämter als CDU-Mitglied niederlegt."
 

 


Hochwasser: Situation in Niedersachsen inzwischen stabil

In den niedersächsischen Hochwassergebieten ist die Lage in der Nacht zum Samstag stabil geblieben. "Bei uns sind keine Brennpunkte dazu gekommen, nichts Neues, Gott sei Dank", sagte eine Sprecherin der Polizei in Hannover. Aus der Einsatzleitstelle in Wolfenbüttel hieß es am Morgen: "Die Nacht war ruhig."

Auf dem Weg in Richtung Norden hinterließ das Hochwasser in Niedersachsen vollgelaufene Keller und überflutete Straßen. Besonders betroffen war Wolfenbüttel bei Braunschweig. Dort war am Donnerstagabend Katastrophenalarm ausgelöst worden, der am Freitagnachmittag wieder aufgehoben wurde. In der Altstadt wurden mehrere Häuser evakuiert. 20 Bewohner eines Seniorenheims mussten in Sicherheit gebracht werden.

"Das Wasser zieht sich leicht zurück", sagte ein Polizeisprecher. "Es regnet zum Glück nicht mehr." Alle Rückstauflächen seien überschwemmt. "Keiner konnte in Wolfenbüttel damit rechnen, dass das Wasser mit solch einer Vehemenz kommt", sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, Karl-Heinz Banse, der dpa.

In Hannover bezeichnete die Feuerwehr die Lage als stabil. "Wir gehen davon aus, dass die Pegelstände nicht weiter großartig steigen werden", sagte ein Sprecher. Dennoch seien freiwillige Feuerwehren in Alarmbereitschaft versetzt worden. Sollten Deiche brechen, lägen mehr als 3000 zusätzliche Sandsäcke bereit. Nach Angaben des Sprechers gab es am Freitag "mehrere kleinere Einsätze".