In 20 Kategorien wurde der Deutsche Fernsehpreis verliehen. Die Reihe der Ausgezeichneten reicht von Regisseur Lars Becker über den Sportjournalisten Hajo Seppelt bis zu den Moderatorinnen Sandra Maischberger und Barbara Schöneberger.

Nach der Verleihung dürfte das diesjährige Format wieder zur Debatte stehen. Die Auszeichnung wurde am Mittwoch in Düsseldorf das erste Mal ohne Fernsehübertragung und im Kreise der TV-Branche vergeben. Erst sollte es gar keinen Fernsehpreis mehr geben. Die Kritik an der Vergabepraxis war zu groß geworden. 2015 setzten die Stifter den Preis komplett aus, dann wurde doch eine Neuauflage angekündigt.


Fernsehpreis ohne Fernsehübertragung

Selbst die Moderatorin des Abends und Preisträgerin (beste Moderation Unterhaltung), Barbara Schöneberger, spottete. "Wir können alles machen, was wir schon immer mal machen wollten im Fernsehen."

Gewinner des Abends: das vielfach ausgezeichnete ZDF, die ARD-Literaturverfilmung "Nackt unter Wölfen" und die Vox-Serie "Der Club der roten Bänder", die den Alltag mehrerer Jugendlicher in einem Krankenhaus darstellt.


Ob der Fernsehpreis denn noch wichtig sei, wird auch Schauspieler Charly Hübner gefragt. "Auf jeden Fall", antwortet er. Hübner hat sich auch in Schale geworfen: Wenn man bei Freunden eingeladen sei, ziehe man doch schließlich auch an, was man gerne möge.

Ganz so auffällig wie das Kleid von Sophia Thomalla ist sein Anzug aber nicht. Sie kommt im bodenlangen, teils transparenten, teils mit Glitzersteinen besetzten Kleid - als käme sie zu einer Gala.


Der Deutsche Fernsehpreis: Die Preisträger im Überblick
Bester Fernsehfilm: "Nackt unter Wölfen" (ARD)
Beste Serie: "Club der roten Bänder" (Vox)
Beste Schauspielerin: Ina Weisse ("Ich will dich", ARD; "Ein großer Aufbruch", ZDF)
Bester Schauspieler: Jonas Nay ("Deutschland 83", RTL; "Tannbach - Schicksal eines Dorfes", ZDF)
Beste Comedy/Kabarett: "Die Anstalt" (ZDF)
Beste Unterhaltung Primetime: "Joko gegen Klaas - Das Duell um die Welt" (ProSieben)
Beste Moderation Unterhaltung: Barbara Schöneberger ("Die 2 - Gottschalk & Jauch gegen alle", RTL)
Beste Unterhaltung Late Night: "Neo Magazin Royale" (ZDF)
Bestes Factual Entertainment: "Die Höhle der Löwen" (Vox)
Beste Information: "An der Grenze - 24 Stunden an den Brennpunkten der Flüchtlingskrise" (N24)
Beste Persönliche Leistung Information: Michel Abdollahi ("Im Nazidorf", NDR)
Bestes Infotainment/Talksendung: "Menschen bei Maischberger" (ARD)
Beste Dokumentation/Reportage: "Asternweg - Eine Straße ohne Ausweg" (Vox)
Beste Sportsendung: "Geheimsache Doping. Im Schattenreich der Leichtathletik" und "Wie Russland seine Sieger macht" (beide ARD) von Hajo Seppelt
Beste Regie: Lars Becker ("Zum Sterben zu früh", ZDF)
Bestes Buch: Magnus Vattrodt ("Ein großer Aufbruch", ZDF; "Das Zeugenhaus", ZDF)
Beste Kamera: Ngo The Chau ("Zum Sterben zu früh", ZDF)
Bester Schnitt: Ulf Albert ("Altersglühen - Speed Dating für Senioren", ARD)
Beste Musik: Stefan Will und Marco Dreckkötter ("Mordkommission Berlin 1", Sat.1)
Beste Ausstattung: Max Wohlkönig, Matthias Müsse und Tilman Lasch ("Mordkommission Berlin 1", Sat.1)
Ehrung fürs Lebenswerk: Günter Wallraff
Förderpreis: Hubertus Koch