Wo verbringt in diesem Jahr eigentlich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann seinen Urlaub ? Im Taubertal - zum Radeln und in Mainfranken - zum Genießen, so die Antwort. Aber nur an den Wochenenden und als Tagesausflügler. Mehr Zeit hat der CSU-Politiker heuer nicht, weil der Wahlkampf nicht viel Freizeit zulässt.
Andere müssen mit ihrem Urlaub nicht so knausern. Mussten es auch im letzten Jahr nicht, sehr zur Freude des Tourismusverbands Franken. Joachim Herrmann konnte als Verbandsvorsitzender auf der Jahres-Pressekonferenz deshalb eine eindrucksvolle Bilanz ziehen. Das Rekordergebnis des Jahres 2011, es wurde noch einmal gesteigert.

In der Branche konnte für Ober-, Mittel- und Unterfranken ein Umsatz von 9,1 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Nicht nur Hoteliers und Gastronomen profitierten, auch der Einzelhandel war mit 43,6 Prozent am Umsatz beteiligt. Bei den Gästeankünften habe es 2012 gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 4,3 Prozent gegeben, die Zahl der Übernachtungen stieg um 3,6 Prozent. Insgesamt registrierten die Statistiker 8,5 Millionen Gäste und rund 20,1 Millionen Übernachtungen in Franken, so Herrmann.

Zugpferd sei dabei erneut der Städtetourismus gewesen. So stiegen in Nürnberg die Übernachtungszahlen um 5,2 Prozent, in Bamberg gar um 11,5 Prozent. Die Zahlen seien nicht von ungefähr gekommen. Man habe mit der Dürer-Ausstellung in Nürnberg sowie der Landesgartenschau und dem Domjubiläum in Bamberg Highlights gesetzt, so Herrmann.

Rad- und Wanderwege

Nicht nur die Städte hätten sich als touristisches Aushängeschild erwiesen, auch in Sachen Rad- und Wanderwege sei Franken spitze. Mit dem "Main-Radweg" und dem Radweg "Liebliches Taubertal" verfüge man als bundesweit einzige Region gleich über zwei vom "Allgemeinen Deutschen Fahrradclub" mit fünf Sternen ausgezeichnete Radwege. Auch die Region "Fränkische Schweiz", die in den letzten Jahren bei der wirtschaftlichen Entwicklung etwas hinterherhinkte, hätte wieder Anschluss gefunden.

Im Jahr 2013 spreche alles für ein Anhalten der positiven Entwicklung im Tourismusbereich. Einer der Aufhänger werde heuer das Doppeljubiläum zum 200. Geburtstag und 130. Todestag von Richard Wagner sein. Ein ganzes Feuerwerk an Veranstaltung werde es hierzu in Bayreuth und Nürnberg geben. Auch zum 250. Geburtstag des Literaten Jean Paul wird es Gelegenheiten geben, den Dichter zu entdecken, sowohl auf einem nach ihm benannten Wanderweg als auch bei kulinarischen Aktionen. Auch Bamberg mit seinem vor 20 Jahren zum Unesco-Welterbe erklärten Altstadt-Ensemble dürfte erneut Urlauber nach Franken locken.
Schweinfurt werde heuer ein besonderes Reiseziel sein. Die Stadt sei Gastgeber der Bayerischen Landesausstellung "Main und Meer".

Mehr ausländische Gäste

Für die Zukunft wollen die fränkischen Tourismusexperten verstärkt auf ausländische Gäste setzen. Italiener, Japaner und Amerikaner zum Beispiel. Aber auch Chinesen, die im letzten Jahr schon 75.000 Übernachtungen gebucht hätten. Auch das Internet soll Gäste bringen, besonders die sozialen Netzwerke. In einem Modellprojekt sollen die Ergebnisse mehrerer Bewertungsportale gebündelt werden. Weil immer mehr ihren Urlaub im Internet buchen.