Nach schwerem sexuellem Missbrauch muss ein 31-Jähriger, der zuletzt Kindergartenleiter in Heilbronn war, ins Gefängnis. Von 2012 bis 2018 hatte der langjährige Erzieher der evangelischen Gesamtkirchengemeinde ein Kind aus seinem Bekanntenkreis zunächst oral missbraucht und sich später auch von dem Jungen oral befriedigen lassen. Teilweise dokumentierte er die Taten in Videos.

Kirchliche Sommerfreizeit: Erzieher fotografiert Genitalien von Jungen

Anfangs schlief das Kind bei den Taten und wachte auch von den Manipulationen nicht auf. Auch von zwei schlafenden Jungen im frühen Grundschulalter fotografierte er die Genitalien, als diese auf einer kirchlichen Sommerfreizeit übernachteten.

Bereits Anfang 2016 war der Erzieher ins Visier der Behörden geraten, als er im Internet der verdeckt ermittelnden Kriminalpolizei in Hannover zwölf Kinderporno-Bilder anbot. Danach dauerte es fast zwei Jahre bis zur Freistellung des Ex-Kindergartenleiters, in denen er weiterhin intensiv mit Kindern Kontakt hatte. Grund dafür sind Versäumnisse der Ermittlungsbehörden und möglicherweise auch des Arbeitgebers, der kirchlichen Verwaltung der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Heilbronn.

Schwerer sexueller Missbrauch: 31-Jähriger legt Geständnis ab

Der ehemalige Leiter ist nun am Freitag wegen schweren sexuellen Missbrauchs zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Heilbronn sah die Schuld des Angeklagten in insgesamt 19 Fällen - in drei Fällen in Tateinheit mit Vergewaltigung - und wegen des Besitzes und der Verbreitung von kinderpornografischem Material für erwiesen an.

Der Angeklagte hatte im Verlauf des Prozesses ein Geständnis abgelegt. Verteidiger Thomas Amann sagte dem epd, dass der Verurteilte am Donnerstag rechtsverbindlich erklärt habe, 20.000 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zu bezahlen, um allen Beteiligten die Fortführung eines Prozesses zu ersparen. Nach Einschätzung des Spezialisten für Sexualstrafrecht gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Erzieher weitere Kinder missbrauchte, mit denen er zu tun hatte.