Wegen einer tödlichen Attacke mit einem Hammerbeil auf seine Ehefrau ist ein Mann zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die Schwurgerichtskammer ging in dem Verfahren gegen den 48 Jahre alten Familienvater am Mittwoch vor dem Landgericht Frankfurt von Totschlag aus. Der ursprünglich angeklagte Mord aus niedrigen Beweggründen sei aufgrund eines ganzen "Motivbündels" ausgeschieden. Das Gericht blieb bei dem Strafmaß deutlich hinter dem Antrag der Staatsanwaltschaft zurück. Sie hatte zehneinhalb Jahre Haft gefordert.

Die Tat hatte sich im Oktober vergangenen Jahres im Haus der Familie in Frankfurt-Sossenheim ereignet. Kurz danach begab sich der Mann in die Frankfurter Innenstadt, wo er sich von der Galerie eines Kaufhauses an der belebten Einkaufsmeile Zeil in die Tiefe stürzte. Er überlebte schwer verletzt.

Ausschlaggebend für das vergleichsweise milde Urteil war das psychiatrische Gutachten eines Sachverständigen. Der hatte von einer "klaren Affektsituation" gesprochen. Durch die damit verbundene erhebliche Einschränkung der Schuldfähigkeit des Angeklagten habe sich die Strafe auf einen Rahmen zwischen zwei Jahren und elf Jahren und drei Monaten verringert, erläuterte der Vorsitzende Richter. Die Schwurgerichtskammer habe mit sieben Jahren das "Mittelstrafmaß" gewählt.

Dem Angeklagten seien sein Geständnis und die fehlenden Vorstrafen strafmildernd angerechnet worden. Darüber hinaus habe er sich mit der Tötung und dem Suizidversuch schon selbst genug geschädigt. "Wie die drei Kinder mit dem Geschehenen umgehen, wissen wir jetzt noch nicht", sagte der Richter an die Adresse des Angeklagten. "Sie wird es wahrscheinlich aber ihr ganzes Leben lang begleiten."

Es könnte nun sein, dass noch Rechtsmittel gegen das Urteil beim Bundesgerichtshof eingelegt werden. Der Anwalt der als Nebenkläger in dem Prozess vertretenden Geschwister der 39-jährigen Getöteten hatte am Mordvorwurf festgehalten und eine lebenslange Haft beantragt. Die Staatsanwaltschaft will eine mögliche Revision prüfen.