Endlich! Das Dschungelcamp hat seine Meckermagerzicke. Für Angelina Heger beginnt der Tag im australischen Hängemattenlager behäbig. Das arme Mädchen ist so fertig, dass sie nicht einmal aufstehen kann. Die übrigen Campbewohner heucheln derweil filmreif Mitleid und reichen Reis und Bohnen. So fürsorglich hat man Z-Promis selten gesehen.

Das hält auch nicht lange an. Die Einzelinterviews offenbaren wie immer mehr als tausend lange Gesichter. Vor allem Maren Gilzer lässt mit Leidenschaft ihrem Hass freien Lauf. Wer mit 22 Jahren noch nicht begriffen hat, dass man im Dschungel etwas essen sollte um bei Kräften zu bleiben, hat da auch nichts verloren. Da hilft es auch nichts, wenn der Reis nach Kotze schmeckt. Runter damit. Der Zuschauer muss es ja auch schlucken.

Wobei wir beim Thema arme Schlucker wären. Dass das Thema "Gehaltsverhandlungen" auf den Tisch kommt, darauf haben die Zuschauer ja nur gewartet. Angesichts der gähnenden Langeweile der aktuellen Staffel ist es ja auch wirklich interessant, was die Camp-Insassen für ihre laienhafte Survival-Erfahrung an Lohn erhalten.

Auch hier punktet Angelina Heger treffsicher und charmant. "Unter zehn rühre ich doch keinen Finger." Die gleiche Angelina heult übrigens wenig später in der Dschungelbox und fragt frei heraus, wie lang sie hier eigentlich noch bleiben muss, um die volle Gage abzusahnen. Doch den übrigen Kandidaten geht es nicht besser.

Patricia Blanco will nach der ganzen Nummer erstmal "aus den Socken fahren" und fühlt sich grob verarscht. Sie hatte wohl vergessen, vorher mit RTL richtig zu verhandeln. Mit ein paar extra Kröten hätten sich die Implantate vielleicht ein wenig entspannter amortisiert. Und Aurelio Savina? Der zieht erst über so Ätz-Jobs wie "Kellner" oder "Bauarbeiter" her, hat dann aber den größten Respekt. Wobei. Für "ein paar" Tausend Euro würde auch er "nicht einmal einen Arschbacken geben"! Gönnerhaft? Sei es ihnen gegönnt. Im Dschungel liegen und chillen ist ja auch ein Knochenjob.


Dschungelprüfung: Teufels Küche
Schmerzhaft wird es bei der Aufgabe, die Walter Freiwald am siebten Tag zu lösen hat. In der Dschungelprüfung geht es diesmal um altes Fleisch. Altes Fleisch und Walter Freiwald? Da haben sich die Macher der RTL-Show ja mal so gar nix dabei gedacht. Also ab in "Teufels Küche".

Ratten, Frösche, Flusskrebse, Skorpione und Spinnen verstecken sich in Kühlschrank, Regalen und der restlichen Einrichtung der Urwaldküche. Die fauligen Fleischfetzen gibt es eine Tonne weiter. Dem Zuschauer soll ja schön der Brei aus Chips und Bier wieder hochkommen, angesichts verwesender Hoden und anderem Gekröse. Lecker!

Walters Ausrufe der Art "Schlüssel, wo bist du!?" garnieren das Menü und begleiten Bilder seichten Rumgegrabbels sowie den verzweifelten Versuch, die Baby-Krokodile im Küchenschrank tot zu quatschen.


"Ach! Scheiß die Quallen an!"
Entertainer Freiwald ist in seinem Element. Altes Fleisch und frische Sprüche. Mit einer an Standkoma grenzenden Gemütlichkeit geht das TV-Urgestein der Aufgabe nach, die Waage zu füllen. "Gebt mir mehr Zeit", schreit er. Der alte Mann kann halt nicht mehr so schnell.

Schuld sind die vier Venen-OPs. Zu viel Information. Und zu wenig Ausbeute. Einen lumpigen Stern von elf bringt er zurück ins Camp. Schlechte Nachrichten, die die Bewohner erstmal fressen und verdauen müssen. Aber wenigstens Walter wird satt, wie er selbstgefällig kommentiert.


Tränendrüse
Hochemotional wird es, als Rolf Scheider wenig später das Ableben seiner Eltern im intimen Lagerfeuerkreis aufarbeitet. Es wäre ein schöner Moment, der gleichermaßen Verletzlichkeit und Mitgefühl weckt - wäre er privat geblieben. Spätestens beim Selbstmord der Schwester hat RTL die Tränendrüse so richtig ausgequetscht. Und Tanja Tischewitsch, zuletzt verlässliche Quelle für den einen oder anderen einprägsamen Einzeiler, knuddelt und knutscht sich in die Herzen der Zuschauer. Ein seltsamer Moment bei "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!"

Was dann noch kommt, ist eine langweilige aber zumindest freizügige Schatzsuche. Gammelwasser und Brüste - Angelina Heuer und Patricia Blanco kämpfen sich erfolgreich durch das stinkende Nass. Zur Belohnung gibt es später für die Campbewohner Gin und Tonic. Der Zuschauer möchte durch den Bildschirm greifen und den Promis den Fusel abnehmen. Er bräuchte ihn weitaus dringender.

Alle Infos zu "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" im Special bei RTL.de.