Die Resonanz war überwältigend. Bereits kurz nach Erscheinen unseres Berichts über das Schicksal der kleinen Amina aus Tschetschenien und einem damit verbundenen Spendenaufruf registrierte die Bamberger Initiative "Freund statt fremd" eine riesengroße Spendenbereitschaft der Leser. Das Ergebnis vorweg: Das Geld für eine Operation der an den Armen total vernarbten Vierjährigen war schnell zusammengekommen. Mehr noch: Die Menschen in Franken waren von Aminas Schicksal offenkundig so gerührt, dass deutlich mehr an Spendengeld zusammenkam als benötigt.

Das Mädchen war im Alter von zwei Jahren nachts in einen großen Topf mit kochenden Tomaten gefallen und hatte sich schrecklich verbrüht. Seither litt das Mädchen immer wieder große Schmerzen. Ihr linkes Ellenbogengelenk konnte sie nicht mehr voll durchstrecken, weil das Mädchen schneller wuchs als die Narben. Der Bamberger Facharzt für plastische Chirurgie, Dirk Wisser, hatte den Eltern der tschetschenischen Flüchtlingsfamilie deshalb dringend zu einer Operation geraten. Dank der großzügigen Hilfe der Menschen in Franken wurde Amina bereits am 11. April im Bamberger Klinikum operiert. Nach nur sechs Tagen konnte die Kleine das Krankenhaus schon wieder verlassen, die Operation war sehr gut verlaufen. Das zurückhaltende und eher stille kleine Mädchen kann endlich wieder lächeln, die Eltern sind überglücklich.

Sie seien unbeschreiblich dankbar für die Hilfe, die ihrer Tochter an ihrem vorübergehenden fränkischen Aufenthaltsort zuteil wurde. Über eine Dolmetscherin ließen sie wissen, sie könnten ihren Dank für die Hilfe gar nicht in Worte fassen. Wir sollten über die Zeitung allen, die geholfen haben, wissen lassen, wie glücklich die Familie wieder sein kann, dank der großzügigen Hilfe.

Die Welle an Hilfsbereitschaft überraschte auch die Helfer der Initiative "Freund statt fremd". Die Gruppe versucht Asylsuchenden und Flüchtlingen besonders dort zu helfen, wo staatliche Hilfe nicht greift. Zum Beispiel im medizinischen Bereich. Sebastian Krapohl von der Initiative zog eine erste, unglaubliche Bilanz: "7000 Euro hätten wir für die Operation Aminas gebraucht. Bis heute sind über 50.000 Euro zusammengekommen. Wir sind von der Hilfsbereitschaft der Menschen überwältigt." Ein Unternehmer aus dem Raum Coburg habe allein 7000 Euro überwiesen. Dazu kam eine große Zahl von Spendern, die mit 20 oder 30 Euro helfen wollten. Ein 86-jähriger Leser aus Bad Staffelstein ließ telefonisch wissen, er würde gerne "1000 Mark" spenden, hätte gerne eine Kontonummer. Aber da war das Geld für die Operation längst beisammen.

Die Initiative hat mit dem verbliebenen Geld nun den "Fonds Amina" gegründet. Das Geld soll dazu verwendet werden, Flüchtlingen und Asylsuchenden medizinische Hilfe dort zu bieten, wo staatliche Stellen nicht helfen können. Die Initiative legt Wert auf den Hinweis, dass Spender, die diesem Verwendungszweck nicht zustimmen, ihre Spende zurückerhalten können. Kontakt kann aufgenommen werden unter www.freundstattfremd.de