Um Tiere zu schützen, um Müll zu verhindern, um Geld zu sparen oder die Feinstaubelastung zu reduzieren: Gründe, gegen Feuerwerk an Silvester zu sein, gibt es genügend.

In München will eine Bürgerinitiative laut BR privates Silvesterfeuerwerk deshalb ganz verbieten. Auch in Köln beantragte ein Bürger ein generelles Verbot von Böllern und Raketen - wegen der hohen Feinstaubbelastung, wie er dem Kölner Express erklärte. In vielen weiteren Gemeinden kämpfen Bürger, teilweise schon seit Jahren, gegen die aus ihrer Sicht sinnlose und schädliche Böllerei. Bisher aber vergeblich: Zwar gibt es lokal immer mal wieder Verbote - auf Bundesebene hingegen ist das Streitthema weitestgehend tabu.

Kein Wunder - ist das Feuerwerk doch tief in der Tradition der Bürger verankert. Und schließlich geht es auch ums Geschäft: Rund 140 Millionen Euro geben die Deutschen jedes Jahr für Silvesterknaller und Raketen aus.

Frage zur Einstimmung: Was halten sie generell von Feuerwerk zu Silvester?

Eine wirkliche Lösung kann allerdings nur auf Bundesebene gefunden werden. Denn wo und wann Feuerwerkskörper verkauft und eingesetzt werden dürfen, regelt das Sprengstoffgesetz des Bundes. In Paragraph 23 wird genau geregelt, ab wann welche Knaller und Raketen verkauft werden dürfen, wie sie zu kennzeichnen sind und auch, wo sie nicht eingesetzt werden dürfen (in der Nähe von Kirchen, Alten- und Kinderheimen sowie Krankenhäusern beispielsweise). Was Sie sonst noch zu Silvester beachten sollten, lesen Sie hier.

Über 100 Millionen Euro geben die Deutschen für Feuerwerk aus - und Sie?

Darüber hinaus können Gemeinden und Städte auch lokal begrenzte Verbotszonen einrichten - müssen dies aber beispielsweise mit dem Brandschutz begründen. So geschehen beispielsweise in Bamberg,wo seit Jahren an mehreren Plätzen in der Altstadt ein Verbot herrscht. Auch in Coburg wurde in diesem Jahr über so ein Verbot diskutiert. Hier und andernorts zeigt sich aber auch ein Problem dieser lokal begrenzten Verbotszonen: Denn die ohnehin stark belastenden Einsatzkräfte der Polizei können eine Kontrolle kaum gewährleisten.

Doch welche Gründen sprechen aus Sicht der Kritiker für ein generelles Verbot des privaten Silvester-Feuerwerks? Ein Überblick:

Die Feinstaubbelastung

In Zeiten, in denen vehement über die Feinstaubbelastung durch Dieselfahrzeuge diskutiert wird, sollte dieses Thema nicht ignoriert werden: Laut Umweltbundesamt werden in Deutschland rund 5000 Tonnen Feinstaub durch Silvesterfeuerwerk in die Luft geblasen. Damit wird in wenigen Minuten so viel Feinstaub freigesetzt, wie in knapp zwei Monaten durch den gesamten Straßenverkehr in Deutschland. Wenn also über Dieselfahrverbote diskutiert wird, sollte auch über ein Feuerwerksverbot gesprochen werden, meinen Kritiker.

Die sehr hohen Feinstaubwerte gefährden nämlich die Gesundheit, warnt das Bundesamt: Die Wirkungen reichen von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege über einen erhöhten Medikamentenbedarf bei Asthmatikern bis zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen.

Belastung von Wild- und Haustieren

Gerade von Tierliebhabern wird häufig auf das Leid hingewiesen, dass Haustiere (aber auch Wildtiere) zu Silvester ertragen müssen. Böller und Raketen lassen manche Haustiere panisch werden. Das kann nicht nur anstrengend sein, sondern auch zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden und sogar zum Tod der Tiere führen. Zwar kann man seinen Tieren durchaus durch die schwere Silvester-Zeit helfen, wie ein Tierärztin gegenüber inFranken.de erklärt - doch es bleibt eben trotzdem eine Belastung für Tiere.

Müllbelastung

Die Straßen sind voll mit Böllerresten, Raketen liegen in Vorgärten und auf Dächern - am Neujahrstag gleichen viele Städte und Dörfer einem Schlachtfeld. Und natürlich muss das alles wieder aufgeräumt werden. In vielen Fällen übernehmen das die Gemeinden - was zusätzliche Kosten verursacht. Aber auch viele Privatpersonen sind lange damit beschäftigt, ihr Grundstück zu reinigen - ob sie nun selbst ein Feuerwerk abgebrannt haben oder nicht.

Unfallgefahr und Schäden

Immer wieder sterben Menschen durch Feuerwerk - im vergangenen Jahr kamen beispielsweise ein 35-Jähriger und ein 19-Jähriger in Brandenburg ums Leben. Doch man muss gar nicht so weit weg schauen: Auch in Franken gibt es jedes Jahr zahlreiche, mehr oder weniger gravierende, Verletzungen und Schäden. In Unterfranken hatte sich zum Jahreswechsel 2017/2018 ein 16-Jähriger die Fingerkuppe weggesprengt, in Oberfranken beschäftigte die Polizei damals allein 40 Brände. Und in Mittelfranken entstand allein bei einem Feuer in einem Bootsverleih ein sechsstelliger Sachschaden. Kritiker des Silvester-Spaßes fordern deshalb immer wieder strengere Kontrollen, oder eben ein grundsätzliches Verbot von privaten Feuerwerk.

Können Sie die Kritikpunkte am Feuerwerk zu Silvester nachvollziehen? Welcher erscheint Ihnen am wichtigsten?