Das sagte Sarrazin am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Er schätze den ehemaligen DDR-Bürgerrechtler und Pastor sehr, sagte Sarrazin. «Ich habe Achtung vor dem Mann und Respekt vor seiner Lebensleistung. Und Gauck ist des wohlgesetzten Wortes mächtig, eine Fähigkeit, die in seiner zukünftigen Position nicht ganz unwichtig ist», sagte der SPD-Politiker.

Sarrazin wollte sich nicht dazu äußern, was er sich vom künftigen Bundespräsidenten Gauck zum Thema Integration wünscht. Er sagte nur allgemein: «Ich erwarte von Gauck, dass er sich zu seinen Aufgaben und anstehenden Themen klug äußert.»

Gauck war vor allem aus dem linken Lager dafür kritisiert worden, dass er ein gewisses Verständnis für die umstrittenen Thesen Sarrazins (67) zur mangelnden Integrationsbereitschaft und -fähigkeit vor allem muslimischer Zuwanderer gezeigt habe.

Gauck hatte dazu 2010 in einem Interview der «Süddeutschen Zeitung» gesagt: «Er (Sarrazin) ist mutig, und er ist natürlich auch einer, der mit der Öffentlichkeit sein Spiel macht, aber das gehört dazu. (...) Nicht mutig ist er, wenn er genau wusste, einen Punkt zu benennen, bei dem er sehr viel Zustimmung bekommen wird.» Und: «Da weist er auf ein Problem hin, das nicht ausreichend gelöst ist. Das andere sind seine biologistischen Herleitungen.»