• RKI hatte Genesenenstatus auf drei Monate bzw. 90 Tage verkürzt
  • Heftige Kritik an neuer Regelung führte zu erneuter Anpassung
  • Teilweise gilt der Status als "genesen" nun wieder 180 Tage
  • Neue Regeln führen zu juristischen und praktischen Problemen

Vor einiger Zeit, verkürzte das Robert Koch-Institut (RKI) den Genesenenstatus von sechs auf drei Monate. Beinahe über Nacht verloren damit zahlreiche Menschen ihre "Eintrittskarte" in das gesellschaftliche Leben - denn sie fielen plötzlich nicht mehr unter die 2G-Regelung. Nach heftigem Gegenwind aus der Politik - unter anderem hatte sich Markus Söder gegen die Anpassung gestellt - und einigen gerichtlichen Entscheidungen gegen die Anpassung, hat das RKI die Regelung dann wieder angepasst. Damit gilt der Genesenenstatus wieder 180 Tage. Allerdings nicht für alle Menschen. 

Genesenenstatus teils sechs Monate gültig: Rechtlich und praktisch schwierig

Auf seiner Seite stellt das RKI nun klar, dass man zwar an dem verkürzten Status für Genesene festhält. Allerdings gilt diese Regelung jetzt ausschließlich für "vor und nach der durchgemachten Infektion nicht geimpfter Personen". Nicht geimpfte Menschen hätten demnach ein höheres Risiko der erneuten Ansteckung, während Menschen, die sowohl geimpft sind als auch eine Covid-19 Erkrankung überstanden haben, sogar eine bessere Immunisierung, ja eine Art "Super-Immunität" gegenüber dem Coronavirus besitzen sollen.

Auf seiner Seite erklärt das RKI, dass Genesene ohne eine zusätzliche Impfung bei einer erneuten Ansteckung eher zu einer Verbreitung des Coronavirus beitragen würden. So hätte eine britische Studie gezeigt, dass Menschen ohne zusätzliche Impfung bei der Omikron-Variante nur einen Schutz vor der Reinfektion von 40 Prozent besaßen. 

Ob und vor allem wie diese neue Regelung umgesetzt wird, bleibt abzuwarten: Zum einen hatten Gerichte betont, dass es nicht die Aufgabe des RKI sei, selbstständig die Dauer des Genesenenstatus anzupassen. Vielmehr müsse der Gesetzgeber hier eine Entscheidung treffen. 

Für ungeimpfte Genesene führt neue RKI-Regelung zu neuen Problemen

Neben diesen formalen Problemen gibt es jedoch auch rein praktische: Das EU-weit gültige Impf- bzw. Genesenen-Zertifikat kann laut dem Deutschen Apothekerverband gar nicht zwischen geimpften und ungeimpften Genesenen unterscheiden. Wie die Pharmazeutische Zeitung erklärt, werde "die verkürzte Geltungsdauer für ungeimpfte Genesene nicht über das Zertifikat abgebildet". Stattdessen könne es im Einzelfall "anlassbezogene Kontrollen" geben.

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Bund und Länder haben beim Corona-Gipfel am Mittwoch (16. Februar 2022) beschlossen, dass die Entscheidung zum Genesenenstatus künftig nicht mehr an das Robert-Koch-Institut delegiert wird.

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