Rund zehn Jahre nach der Einführung des neuen Personalausweises steigen im kommenden Jahr die Gebühren dafür, wenn man einen neuen Personalausweis beantragen möchte. Und das nicht zu knapp. 

Statt der bislang fälligen 28,80 Euro Gebühren sollen für die Ausstellung eines Personalausweises ab 2021 stattliche 37 Euro fällig werden. Das Bundesinnenministerium bestätigte das Vorhaben am Montag (24. August 2020). Schon am 26. August soll ein Verordnungsentwurf das Kabinett passieren. Die rund 30-prozentige Gebührenerhöhung, die noch vom Bundesrat gebilligt werden muss, wird mit den gestiegenen Personal- und Sachkosten in den kommunalen Behörden begründet. Denn bereits Mitte des Jahres gab es eine neue Regelung beim Beantragen eines Personalausweises.

Personalausweis 2021 um 30 Prozent teurer: Das steckt dahinter

Diese Änderungen gab es, weil die Politiker auf sogenannte Foto-„Morphs“ aufmerksam gemacht wurden, die den Sinn eines Personalausweises ad absurdum führen können. Bei einem Foto-"Morph" werden zwei Fotos von unterschiedlichen Menschen so miteinander kombiniert, dass sowohl die eine als auch die andere Person ein und denselben Personalausweis benutzen könnten, da das Bild beiden zum Verwechseln ähnlich sieht.

Dies war unter anderem möglich, weil ein Foto ausgedruckt bei der Behörde vorgelegt und dann eingescannt werden musste. Anfang Juni gab es dann eine neue Verordnung, die diese Problematik beheben sollte.  Dadurch muss nun entweder direkt in der Behörde das Foto angefertigt werden, oder ein Fotograf muss das Bild mit einer gesicherten Verbindung an die Behörde übermitteln. Nur so kann das Bild zugelassen werden. Damit soll sichergestellt werden, dass ein Foto nicht manipuliert bei einer Behörde eingereicht wird. 

In der Regel müssen Menschen ab 24 Jahren in einem Intervall von zehn Jahren regelmäßig einen neuen Personalausweis beantragen. Doch es gibt auch gute Neuigkeiten: Es sollen als Ausgleich für die gestiegenen Kosten keine zusätzlichen Gebühren mehr für eine nachträgliche Aktivierung der Onlinefunktionen oder die Entsperrung des elektronischen Identitätsnachweises anfallen. Bislang schlugen diese mit jeweils sechs Euro zu Buche.