Pflegeleicht und praktisch oder steril und umweltschädlich - die Meinung über sogenannte Schottergärten gehen auseinander. Das Land Baden-Württemberg möchte Gärten, die fast ausschließlich mit Steine, Geröll, Kies oder Splitt gestaltet werden, nun komplett verbieten. Über eine entsprechende Gesetzesnovelle berichten unter anderem ntv.de und der SWR

Demnach habe die grün-schwarze Landesregierung einen Gesetzentwurf für mehr Artenschutz ins Parlament eingebracht, über den noch vor der Sommerpause entschieden werden soll. Ein Bestandteil, der vor allem private Gartenbesitzer betrifft, ist das Verbot der immer beliebteren "Schottergärten".

In Mode gekommen, aber verboten: Schottergärten müssen beseitigt oder umgestaltet werden

Laut Südwestrundfunk (SWR) habe das Umweltministerium mitgeteilt, dass Schottergärten in Baden-Württemberg bislang schon nicht zulässig seien. Sie seien aber in Mode gekommen, da sie als pflegeleicht gälten. "Dass die Schottergärten eigentlich verboten sind, ist den meisten nicht bekannt", zitiert der SWR einen Sprecher.

Nun solle das Verbot in der Gesetzesnovelle klargestellt werden. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte Stein- und Kiesgärten schon vor etwa einem Jahr als "fürchterlich" bezeichnet.

Im Zweifel müssten bereits existierende Schottergärten beseitigt oder umgestaltet werden, sagte der Ministeriumssprecher dem SWR. Dabei setzte man auf "Kooperation, die Einsicht der Eigentümer und die Überzeugungskraft der Verwaltung vor Ort." Grundsätzlich müsse der Hauseigentümer eigentlich von sich aus Schottergärten beseitigen. Sonst drohten Kontrollen und Anordnungen - es sei denn, die Gärten seien älter als die bestehende Regelung in der Landesbauordnung, die nach Angaben des Ministeriums schon seit Mitte der 1990er Jahre existiert.

Weiterentwicklung des Volksbegehrens

Laut Pressemitteilung der Landesregierung handele es sich bei der Gesetzesnovelle um eine Weiterentwicklung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“.

Sie greife viele der Punkte auf, die sowohl dem Trägerkreis des Volksbegehrens als auch den Bauernverbänden mit ihrem Volksantrag wichtig waren. Bestandteil ist nicht nur das Verbot von Schottergärten auf Privatgrundstücken. Unter anderem soll die Gesamtmenge von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln bis 2030 um 40 bis 50 Prozent reduziert und der Anteil der ökologischen Landwirtschaft auf 30 bis 40 Prozent bis 2030 erhöht werden. Außerdem seien der Erhalt von Streuobstwiesen und die Minimierung der Lichtverschmutzung zentrale Elemente der Novelle.