Eine Frau aus Stuttgart fordert von ihrem Exmann die Herausgabe des gemeinsamen Hundes. Getrennt ist das Paar bereits seit 2016. In den vergangen zwei Jahren lebte der Hund beim Ehemann. Jetzt fällte das Stuttgarter Gericht ein Urteil: Die geschiedene Frau darf die Herausgabe des Hundes nicht erzwingen.

Haustiere gelten nach Bürgerlichem Gesetzbuch als Gegenstand

Allgemein ist eine Scheidung eine sehr emotional aufgeladene Angelegenheit. Kommt es jedoch beim offiziellen Vollzug der Scheidung zur Haushaltsteilung kann dies zu einen großen Streitthema zwischen den beiden Parteien werden.

Gemäß Artikel 1361a des BGB zählt ein Hund, genauso wie alle anderen in der Ehezeit gemeinsam erworbenen Gegenstände, wie Haushaltsgegenstände, Möbel oder das Auto, zum gemeinsamen Hausrat. Dieser ist bei der Scheidung zwischen den Eheleuten annähernd gleichmäßig aufzuteilen.

Wohl des Tieres steht nicht im Vordergrund

Anders als bei den gemeinsamen Kindern steht im Falle einer Scheidung nicht das Wohl des Tieres im Vordergrund, da dieses lediglich Teil des gemeinsamen Hausrates ist. Das bedeutet, es ist für die Entscheidung, wo das Haustier leben soll, nicht wichtig, bei welchem Ehepartner es vermeintlich besser aufgehoben wäre.

Im aktuellen Fall einer geschiedenen Frau aus Stuttgart, die ihren Expartner gerichtlich zur Herausgabe der, noch vor der Ehe gemeinsam angeschafften, Labradorhündin zwingen wollte, entschied das Gericht, dass ihr der Hund nicht zusteht.

Obwohl die Frau sich nach eigenen Aussagen um den Hund wie um ein Kind gekümmert haben soll, ist einzig entscheidend, dass ihr Exmann im Abgabevertrag des Tierhilfevereins als alleiniger Eigentümer der Hündin vermerkt ist.

Vor einiger Zeit gab es erst ein vergleichbares Urteil in Oldenburg - allerdings mit einem anderen Ausgang: Nach der Scheidung: Wer bekommt das Sorgerecht für den Hund?

Wem steht das Haustier rechtlich zu?

Kann ein Ehepartner nachweisen, dass das Tier sich in seinem Allgemeineigentum befindet, ist dieses nicht in die Haushaltsliste, die später zwischen den Parteien aufgeteilt wird, mit aufzunehmen.

Einen Nachweis für Allgemeineigentum ist erbracht, wenn ein Partner das Haustier schon mit in die Ehe gebracht hat. Des weitern kann ein Ehepartner das Tier für sich beanspruchen wenn er nachweislich schon vor der Trennung und Scheidung die alleinige Pflege des Haustieres erbracht hat.

Es besteht kein Recht auf Umgang

Natürlich können die Parteien sich auf ein privates Umgangsrecht einigen. Jedoch hat dieses rechtlich keinen Bestand.

Genauso wenig hat Derjenige, der den gemeinsamen Hund fortwährend pflegt kein Recht darauf Unterhalt von dem Expartner oder der Expartnerin einzufordern.

Werden sich die Parteien im privaten also nicht einig über den Verbleib des Haustieres, können unparteiische Gerichte eine entsprechende Entscheidung zur Hausratsteilung treffen.

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