• Mehrere mysteriöse Monolithen weltweit aufgetaucht
  • Angeblich "Zeichen von Aliens"
  • Medienberichte sprechen von PR-Gag
  • Das Rätsel wurde gelöst

Das Rätsel um die mysteriösen Metall-Monolithen ist offenbar gelöst: Demnach handelt es sich nicht um ein "Zeichen von Aliens". Medienberichten zufolge soll es sich dabei um eine PR-Aktion für eine Netflix-Serie handeln. Nach dem ersten Fund - und dem anschließenden Verschwinden - einer Metall-Stele im US-Bundesstaat Utah sind mehrere ähnliche Objekte an verschiedenen Orten der Welt aufgetaucht, unter anderem auch in Deutschland in Schwangau bei Neuschwanstein und in der hessischen Taunusgemeinde Sulzbach. Außerdem gab es Anfang der Woche von der britischen Isle of Wight, aus den Niederlanden, Spanien, Belgien und den USA Berichte über neue Monolithen. Was sich hinter der Aktion verbirgt, war bislang unklar.

PR-Aktion für neue Netflix-Serie: Rätsel wohl gelüftet

Über das mysteriöse Auftauchen und Verschwinden der Monolithen gab es verschiedenste Theorien: Einige vermuteten dahinter eine Aktion des Streetart-Künstlers Banksy. Nun scheinen die Spekulationen ein Ende zu finden: Offenbar steckt hinter der Aktion Werbung für eine neue Netflix-Serie. 

Via Twitter meldete sich das australische Comedy-Trio "Aunty Donna" in einem 20-minütigen Video zu Wort. Ziel der Aktion war es demnach, Aufmerksamkeit auf ihre neue Netflix-Serie "Aunty Donna's Big Ol' House of Fun" zu ziehen, die seit November verfügbar ist. Offiziell bestätigt ist die PR-Aktion jedoch noch nicht. 

In dem Video "Warum ich Monolithen in der ganzen Welt aufbaute" zeigen Mark Samual Bonanno, Broden Kelly und Zachary Ruane, wie sie gemeinsam mit einem Youtuber einen Monolith in Melbourne aufstellen. Weitere Aufstell-Aktionen werden in dem Clip nicht gezeigt. Daher bleibt offen, ob das Comedy-Trio auch alle anderen Metallsäulen aufgestellt hat. 

Der mysteriöse Monolith im Taunus wurde zerstört

Die Stele in Sulzbach stand am Rande eines Ackers in der Nähe eines großen Einkaufszentrums, wie Fotos zeigten. Wer die über drei Meter große Säule dort aus welchem Grund aufgestellt hat und ob es einen Zusammenhang mit den anderen Stelen gibt, war am Dienstag (08.12.2020) ebenfalls unklar. "Sie wurde am Samstag von Spaziergängern entdeckt, die Herkunft können wir uns nicht erklären", sagte ein Sprecher der Gemeinde.

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Der Landwirt des Ackers im Main-Taunus-Kreis habe versichert, damit nichts zu tun zu haben. Der Monolith stand nicht lange. Unbekannte zerstörten die über drei Meter große Säule am Dienstagabend, wie ein Sprecher der Gemeinde am Mittwoch (09.12.2020) berichtete. "Die Mitarbeiter des Bauhofs haben die Trümmer abgeholt, sodass keine Gefahr für Fußgänger ausgeht", sagte er. Ohnehin sollte die Säule nicht stehen bleiben, wie die Gemeinde schon zuvor angekündigt hatte. Der am Samstag entdeckte Monolith war von Unbekannten schon einmal wieder aufgerichtet worden, nachdem er umgestürzt war. Ähnliches Rätselraten gab es auch um einen mysteriösen Holzpenis im Allgäu.

Auch nahe dem Schloss Neuschwanstein tauchte ein solcher Monolith auf. Wer die rund zwei Meter große Metall-Stele in dem Feld in Schwangau (Landkreis Ostallgäu) aufgestellt hat, war am Donnerstag (10.12.2020) unklar. Die Gemeinde teilte mit, man habe keinerlei Erkenntnisse dazu. Zuvor hatte die "Allgäuer Zeitung" online berichtet, dass eine Spaziergängerin den Fund gemacht habe.

"Not Bansky" -  Hat der Streetart-Künstler die Stele aufgestellt?

Im Südwesten Englands ist ein Monolith mit der Aufschrift "Not Banksy" aufgetaucht. Die Skulptur war am Mittwochmorgen (10.12.2020) auf dem Hügel Glastonbury Tor in der Grafschaft Somerset entdeckt worden, wie unter anderem der "Evening Standard" berichtete. Auf die metallische Skulptur steht in schwarzen Lettern "Not Banksy" ("Nicht Banksy") geschrieben, außerdem ziert eine für die Werke des mysteriösen Streetart-Künstlers typische Ratte den Monolithen.

Ob Banksy selbst hinter dem Werk steht oder es sich um einen Tribut an den berühmten Graffiti-Künstler handelt, war zunächst unklar. Auf Twitter-Fotos einer lokalen Fotografin ist unter anderem zu sehen, wie der Monolith umgekippt auf dem Boden liegt.

Bewohner der Isle of Wight entdeckten das schlanke, verspiegelte Gebilde zufällig beim Strandspaziergang auf der Westseite der Insel, wie britische Medien berichteten. Die Britin Alexia Fishwick sagte der Nachrichtenagentur PA, Bekannte hätten ihre Fotos des "wirklich ziemlich magischen" Monolithen erst für eine Photoshop-Collage gehalten. "Ich bin mir nicht sicher, ob es sich um Aliens, einen Coldplay-PR-Gag oder einen lokalen Spiegelhändler handelt, der seine Geschäfte ankurbeln will - aber es hat uns alle zum Strand gelockt", schrieb Inselbewohner DJ Rob da Bank auf Twitter.

Der Monolith als "Zeichen von Aliens"?

Auch im Norden der Niederlande tauchte eine Metallsäule auf. Spaziergänger hatten sie im Naturgebiet De Kiekenberg bei Oudehorne in der nördlichen Provinz Friesland am Sonntagmorgen (06.12.2020) entdeckt. Am selben Abend war sie wieder verschwunden. Wer das Objekt dort hingestellt und später wieder abgeholt hatte, ist für Anwohner und Behörden ein Rätsel. Selbst die als sehr nüchtern geltenden Friesen schlossen nicht aus, dass der Monolith ein "Zeichen von Aliens" sein könnte, wie Schaulustige dem "Leeuwarder Courant" sagten.


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Im kleinen spanischen Örtchen Ayllón, etwa 90 Kilometer nordwestlich von Madrid, fanden Anwohner ebenfalls eine der Metallsäulen. Bürgermeisterin María Jesús Sanz vermutet jedoch den Scherz eines Nachbarn hinter dem Fund, wie die Zeitung "El Periodico" berichtete. Das in den Ruinen einer Kirche aufgestellte Blechgebilde sei recht dürftig und schon mehrmals vom Wind umgeweht worden. Auch eine angeblich von der Gemeinde stammende Mitteilung, es seien bereits "Hunderte Schaulustige" gekommen und man solle der Säule wegen ihres "mysteriösen Ursprungs" besser fernbleiben, sei gefälscht. Bisher seien nur fünf Nachbarn vorbeigekommen und in Gelächter ausgebrochen.

Auch auf einem Kartoffelacker im belgischen Dendermonde in Ostflandern wurde Medienberichten zufolge eine Metallsäule gesichtet. Der Bauer, dem das Feld gehört, wurde laut dem belgischen Sender VRT am Montagabend anonym angerufen und gefragt, ob jemand etwas auf seinen Acker legen könne. Dies solle ein Witz sein, hatte der Anrufer gesagt. Der Landwirt sei angenehm überrascht gewesen, auch wenn er zunächst nicht verstanden habe, warum die Säule so auffallend sei.

Ähnliche Gebilde in den USA und Rumänien aufgetaucht

In den vergangenen Tagen waren bereits in den USA und in Rumänien ähnliche Gebilde aufgetaucht - und teilweise nur wenige Tage später wieder verschwunden. Das löste großes Rätselraten in den sozialen Medien aus. Beobachter vermuteten Installationen von Künstlern oder eine Hommage an den Science-Fiction-Film "2001: Odyssee im Weltraum", in dem ähnliche Objekte eine Rolle spielen.


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In die Stele in Rumänien auf dem Hügel Batca Doamnei bei Piatra Neamt im Nordosten des Landes waren kreisförmige Zeichen eingraviert. Dann verschwand das Objekt in der Nacht zum 1. Dezember - einer Nacht, die im rumänischen Volksglauben als magisch gilt.

Für den ursprünglichen Monolithen in Utah und den in Kalifornien will ein Künstlerkollektiv namens "The Most Famous Artist" verantwortlich sein, bei den anderen könnte es sich um Nachahmer-Stücke handeln. Der Ursprung einer Stele in Pittsburgh ist allerdings geklärt: Die Betreiber eines Süßwarenladens hatten sie eigenen Angaben zufolge vor ihrem Geschäft aufgestellt, um in der Corona-Pandemie für die Unterstützung kleiner Läden zu werben.

Lokaler Designer bekennt sich zur Stele

Auch zu der Skulptur auf der Isle of Wight bekannte sich kurz nach ihrem Erscheinen ein lokaler Designer - überwältigt vom internationalen Echo. "Wenn die Aliens auf die Erde kommen würden, würden sie sicher an den sichersten Ort kommen - das ist die Isle of Wight mit der niedrigsten Corona-Warnstufe", sagte der 29-Jährige der BBC.

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