Seit Anfang März sterben auffällig viele Vögel. Betroffen sind hauptsächlich Blaumeisen. Seltener zeigen auch Kohlmeisen und andere kleine Singvögel das gleiche Krankheitsbild.

Vor allem Regionen im Südwesten Deutschlands verzeichneten auffällig große Zahlen an verstorbene Vögeln. Nun hat man endlich herausgefunden, welcher Erreger hinter der Krankheit steckt.

Infektionsherde: Futterstellen und Tränken

Die erkrankten Vögel sind kurz vor ihrem Tod allesamt apathisch und reagieren nicht mehr auf ihre Umwelt. Sie sind aufgeplustert und unternehmen keine Fluchtversuche, wenn sich Menschen nähern. 

Außerdem wirkt es oft so als hätten die kranken Vögel Schwierigkeiten beim Atmen und großen Durst. Das Kopfgefieder kann partiell ausgefallen sein und die Augen verklebt. Die Tiere fressen nicht mehr und können augenscheinlich nicht mehr schlucken.

Dort wo viele Vögel zusammen kommen - wie beispielsweise Futterstellen - ist die Gefahr einer Ausbreitung der Krankheit groß. Wer kranke Vögel bei der eigenen Futterstelle im Garten beobachtet, sollte das Bereitstellen von Futter und Wasser sofort für mindestens drei bis vier Wochen einstellen, rät der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU).

Grund für das massenhafte Versterben von Blaumeisen gefunden

Die Vögel sind hauptsächlich an einer Lungenentzündung gestorben - ausgelöst durch das Bakterium Suttonella ornithocola. Das wurde laut NABU von mehren Landesuntersuchungsämtern berichtet. Das Bakterium ist bereits seit 1996 bekannt. Für Menschen und Haustiere ist der Erreger absolut ungefährlich.

Laut NABU ist diese bakterielle Infektion zwar prinzipiell durch Antibiotika behandelbar, was bei Wildvögeln aber nicht sinnvoll sei. Wenn ein Vogel bereits Symptome zeigt, ist er meistens schon sterbenskrank. 

Um die Ausbreitung weiter beobachten zu können, bittet der NABU, bei Beobachtung eines kranken Vogels ein Online-Formular auf ihrer Website auszufüllen. Außerdem können Finder weiterhin tote Vögel einsenden. So können die Todesfälle durch das Bakterium im Labor von anderen Krankheiten unterschieden werden.