• Lidl-Kundin erhält Strafzettel auf Kundenparkplatz
  • öffentlich Beschwerde auf Facebook über das Bußgeld
  • Lidl äußert sich zu dem Vorfall

Fast jeder Autofahrer kennt das unschöne Gefühl, einen Strafzettel aufgebrummt zu bekommen. Dabei zählt wahrscheinlich das Falschparken und die Geschwindigkeitsüberschreitung zu den häufigsten Vergehen, die zu einem Strafbestand führen. Aber die wenigsten haben wohl schon mal ein Bußgeld dafür bekommen, dass sie zu lange ihr Auto auf dem Parkplatz eines Supermarkts geparkt haben.

Kundin parkt zu lange auf Lidl-Parkplatz und erhält hohe Strafe

Genau wegen eines solchen Vergehens erhielt eine Kundin der Discounterkette Lidl im Berliner Ortsteil Hermsdorf zuletzt einen Strafzettel. Nachdem sie ihren Einkauf beendet hatte, kehrte sie zu ihrem Auto zurück, um die Waren einzuladen. Beim Blick auf die Windschutzscheibe musste sie geschockt feststellen, dass sich dort ein Strafzettel befand.

Eine Strafe von 30 Euro wegen einer Überschreitung der Höchstparkdauer stand auf dem Zettel gedruckt. Im weiteren Text wurde ihr sogar mit einer "gerichtlichen Geltendmachung" gedroht, wenn sie den Betrag nicht in einem bestimmten Zeitraum bezahlen würde. Die Kundin war sich keines Fehlers bewusst und wollte diese Strafe nicht auf sich sitzen lassen.

Sie kontaktierte die Lidl-Filiale, um mit einer Beschwerde den Strafzettel zu umgehen. In ihrer Antwort erklärte die Supermarktkette der Frau, dass sie die Stornierung der Strafe nicht veranlassen werde. Als Grund nannte Lidl die Tatsache, dass der Einkauf der Kundin nicht im Verhältnis zur Parkdauer stand. "Beachten Sie bitte, dass unsere Lidl-Parkplätze ausschließlich für den Besuch in unserer Filiale vorgesehen sind", wird der Supermarkt zitiert.

Frau wendet sich über Facebook an den Supermarkt

Mit dieser Rückmeldung war die Frau nicht zufrieden. Sie veröffentlichte auf Facebook das Antwortschreiben des Discounters zusammen mit dem Kassenzettel und dem gelben Strafzettel auf ihrem Account. Dazu verfasste sie einen erbosten Text: "Liebes Lidl Deutschland, dafür, dass ich mich mit einer Freundin im Laden verquatscht habe, ist das ganz schön dreist, 30 Euro Strafe auf einem Parkplatz zu zahlen." Zudem beschwerte sie sich über die Tatsache, dass der Supermarkt eine Einkaufszeit von 90 Minuten für die Parkplatznutzung festsetzen würde. Aus ihrer Sicht sei das "anmaßend".

Gegenüber dem Online-Portal "Merkur" äußerte sich Lidl zu der Beschwerde der Kundin. Mit gut sichtbar angebrachten Schildern würde der Supermarkt in Zusammenarbeit mit verschiedenen externen Dienstleistern auf die kostenlose Parkzeit hinweisen. Dies sei jedoch auch nur in wenigen Filialen - zumeist in Innenstadtlage - nötig. Die Kontrolle der Parkscheiben würden die Mitarbeiter der Dienstleister übernehmen.

Heutzutage sei die Auslage der Parkscheibe an manchen Standorten gar nicht mehr notwendig. Durch neue Systeme mithilfe von Sensoren im Boden würde die Parkdauer automatisch erfasst werden. Auf diese Weise werde der Dienstleister bei einer Überschreitung der Höchstparkdauer vom System direkt benachrichtigt.

Lidl profitiert nicht von Bußgeld

Den Angaben von Lidl zufolge würde die Bearbeitungspauschale des externen Dienstleisters bis zu 30 Euro betragen. Aus Sicht der Supermarktkette sei die kostenlose Parkzeit von 90 Minuten  zum Einkaufen mehr als ausreichend. Zusätzliche Karenzzeiten würden außerdem Ergänzungskäufe in umliegenden Geschäften oder längere Einkäufe ermöglichen.

Lidl könne nur einer Stornierung einleiten, wenn die Kundin Gegenteiliges beweisen könnte. Vom Bußgeld profitiert Lidl nicht. Der Dienstleister würde die vollständige Abwicklung aller Modalitäten im Zusammenhang mit dem Verwarnungsgeld übernehmen. Auf diese Weise konnte schon in vielen Fällen zwischen Lidl-Kunden und Falschparkern differenziert werden. Der Kundin vom Supermarkt in Berlin Hermsdorf bleibt keine andere Wahl - sie muss die Strafe in Höhe von 30 Euro bezahlen.

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