Während der größten Sommerhitze in Deutschland ist der Gemeinde Lauenau in Niedersachsen das Trinkwasser ausgegangen. Nach zuletzt heißen Tagen ist die Wasserversorgung in der 4000-Seelen-Gemeinde im Landkreis Schaumburg zusammengebrochen - und das mitten in der Corona-Pandemie. Über den Fall berichten mehrere Medien, unter anderem der NDR und auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

"Es kann passieren, wenn Menschen den Hahn aufmachen: Es kommt wirklich gar nichts", sagte Bürgermeister Georg Hudalla (parteilos) der dpa. Die Trinkwasser-Abnahmemenge sei in den vergangenen Tagen im privaten Bereich - wohl auch hitzebedingt - drastisch gestiegen. Hinzu kommt, dass in den Sommerferien normalerweise viele Menschen verreist sind. Diesen Sommer allerdings bleiben aufgrund der Corona-Pandemie die meisten zu Hause. 

Trinkwasser in Lauenau ausgegangen: 4000 Menschen ohne Wasser

 Der Trinkwasserspeicher könne laut Hudalle über Nacht nicht mehr komplett aufgefüllt werden. So sei er am Samstagmittag auf Null gelaufen. Am Feuerwehrhaus wurden Behälter mit Brauchwasser etwa für die Toilettenspülung aufgestellt, das sich die Bürger abholen können. Dazu verteilten Tanklöschfahrzeuge ihr Brandwasser in den Ortsteilen. Trinkwasser müssen sich die Menschen im Supermarkt kaufen. Knapp 4000 Menschen sind betroffen. Wann das Problem gelöst sein könnte, ist laut Bürgermeister unklar.

Ein Lautsprecher-Wagen der Feuerwehr fuhr am Freitagabend durch die Stadt und informierte die Bürger. "Wir bitten Sie, sich mit Trinkwasser für das Wochenende selbst zu versorgen", lautete laut NDR eine der Durchsagen. Bei der Freiwilligen Feuerwehr konnten sich die Einwohner mit Brauchwasser versorgen, um zumindest die Toilette nutzen zu können. Mehrere Ausgabestellen wurden eingerichtet. Auch Tanklöschfahrzeuge verteilten Brandwasser. 

Am Abend entspannte sich die Lage, nachdem die Bürger den Verbrauch auf ein Drittel reduziert hatten. "So können wir jetzt über die nächsten zwölf Stunden kommen", sagte der Bürgermeister der dpa.

Hitze und Corona-Effekt sorgen für Trinkwasser-Knappheit

Laut NDR könnte auch andernorts im betroffenen Landkreis Schaumburg das Wasser knapp werden. Naben dem Wetter spiele dabei auch der "Corona-Effekt" eine Rolle: Wegen der Pandemie seien momentan viele Menschen zu Hause, die normalerweise zu dieser Jahreszeit in den Urlaub gefahren wären.