Die Zahl der Nachweise der noch recht unbekannten indischen Corona-Variante B.1.617 in Deutschland bleibt laut Robert Koch-Institut (RKI) relativ gering. Bisher sei sie "nur vereinzelt", genau genommen 22 mal, in untersuchten Proben entdeckt worden, heißt es in einem RKI-Bericht vom Mittwochabend (28.04.2021).

In der Vorwoche hatte das Institut von 21 Funden gesprochen. Laut Bericht bleibt es hierzulande bei der Dominanz der besonders ansteckenden britischen Variante B.1.1.7, die sich in den vergangenen Monaten rasch ausgebreitet hatte: Es sei "keine Abschwächung" zu beobachten, schreibt das RKI über die in Großbritannien entdeckte Mutante.

Corona-Mutationen in Deutschland: Indische Variante nur vereinzelt aufgetreten, britische dominiert

Bei den beiden anderen als besorgniserregend eingestuften Varianten aus Südafrika (B.1.351) und Brasilien (P.1) bleiben die Anteile konstant gering, bei einem Prozent und weniger, wie aus den Daten hervorgeht. In Deutschland wird allerdings nur ein Bruchteil der Proben mit sogenannter Gesamtgenomsequenzierung auf Varianten untersucht.

Die indische Variante steht bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Beobachtung und ist im Gegensatz zu B.1.1.7, B.1.351 und P.1 nicht als besorgniserregend eingestuft. Das RKI schreibt, dafür fehlten gegenwärtig gesicherte Erkenntnisse. Bei Varianten geht es Experten um die Frage, ob eine verringerte Wirksamkeit der Immunantwort und/oder einer erhöhte Übertragbarkeit vorliegt.

Zuletzt war die indische Coronavirus-Mutante erstmals auch in Köln nachgewiesen worden. Es gebe zwei Fälle, teilte die Stadtverwaltung am Mittwochabend mit. Es sind aber nicht die ersten in Deutschland.

Indische Corona-Variante B.1.617: Warum sie nicht als "besorgniserregend" gilt

Dem Robert Koch-Institut zufolge gibt es Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit der indischen Variante. Zudem werde sie "mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht". Es mangele aber an sicheren Erkenntnissen, um die Variante als "besorgniserregend" einzustufen.

In Indien sorgt eine heftige Infektionswelle für eine besonders dramatische Lage. Die dortige Virusvariante ist aus Sicht von Experten allerdings nur ein Faktor von mehreren für die vielen Ansteckungen in dem südasiatischen Milliardenstaat, auch die niedrige Impfquote dürfte eine Rolle spielen.