Stuttgart
Corona-Bußgeld

Harte Corona-Strafe: 1000 Euro für Familienspaziergang

Ein Spaziergang am Vatertag brachte einer Familie ein vierstelliges Bußgeld ein. Aber warum eigentlich?
Die Familie wurde zu einem Gesamtbußgeld von 1000 Euro verdonnert. Symbolfoto: unsplash.com

Eine Familie aus Stuttgart hatte sich den Vatertag (21. Mai 2020) wohl anders vorgestellt. Ein Spaziergang führte zu einer saftigen Geldstrafe. Der Grund: Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz.

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, wurde jedes der fünf Familienmitglieder zu 200 Euro Strafe verdonnert. 

Teurer Familienausflug am Vatertag

Demnach war die Familie (Großvater, Eltern, erwachsene Töchter) in einer Zweier- und einer Dreiergruppe unterwegs: Als ihnen eine Polizeistreife entgegenkam, rückte die Familie zusammen und stand dicht beieinander. Dies war für die Polizei Grund genug anzunehmen, dass sich die Familie gemeinsam in der Öffentlichkeit aufhielt. So weit, so legal. Problem dabei war, dass die fünf Beteiligten in insgesamt vier Haushalten leben. Zwar sind die Familienmitglieder in "gerader Linie" miteinander verwandt. Aber: In der Öffentlichkeit ist nur das Treffen von lediglich zwei Hausständen unter Nichteinhaltung des Mindestabstandes (1,5 Meter) erlaubt. In diesem Fall waren es also zwei Hausstände zu viel.

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Tatsächlich ist dies auch im Freistaat folgendermaßen geregelt: "Der Aufenthalt mehrerer Personen im öffentlichen Raum ist so zu gestalten, dass er höchstens den Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister sowie Angehörige eines weiteren Hausstands umfasst", heißt es von Seiten der "Bayerischen Staatsregierung". 

So oder so ähnliche Situationen könnten somit auch in Bayern zu hohen Bußgeldern führen. Die betroffene Familie zahlte die 1000 Euro schließlich fristgerecht, um einen Rechtsstreit zu vermeiden. 

tu