• Seit Montag, dem 7. Juni, keine Impfpriorisierung mehr
  • Viele Zweitimpfungen, aber keine Terminvergabe für Erstimpfungen vielerorts
  • "Frust und Enttäuschung" in der Bevölkerung trotz Priorisierungsaufhebung
  • Mehr als 45 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben mindestens eine Impfung erhalten

Die Aufhebung der Impfpriorisierung am 7. Juni wird nach Ansicht der deutschen Städte und Gemeinden bei vielen Menschen für Ernüchterung sorgen. "Enttäuschung und Frust sind dabei vorprogrammiert, da nicht sofort ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der "Rheinischen Post" (Montag).

"Frust und Enttäuschung werden sich noch verschärfen, da bis Mitte Juni 2021 - eventuell sogar bis Ende Juni - zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen keine Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren zur Verfügung stehen werden."

"Frust, da keine Termine für Erstimpfungen": Aufhebung der Priorisierung dennoch "richtig"

Impfwillige können sich ab Montag unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. In Deutschland können nun alle ab 12 Jahren geimpft werden. Mehr als 45 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. Vielerorts dominieren derzeit die Zweitimpfungen, denn erst mehr als jede und jeder Fünfte hat den kompletten Impfschutz.

Landsberg sagte, das bedeute allerdings auch, dass rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung immer noch auf einen Impftermin warte. "Gerade, weil mit der Impfung neben dem Schutz der Gesundheit auch viele Freiheiten wie etwa Reisen ohne Test oder auch Zugang zu Veranstaltungen verbunden sind, werden sehr viele Menschen schnell einen Impftermin bekommen wollen." Dennoch sei die Aufhebung der Priorisierung richtig gewesen, nicht zuletzt im Hinblick auf die mit der Vergabe von Impfterminen verbundene Bürokratie.