Die Christen feiern heute (Sonntag) Ostern, das älteste und wichtigste Fest der Christenheit. Es erinnert an die Mitte des christlichen Glaubens: die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach seinem Leiden und Sterben am Kreuz. Das Osterfest steht für den Sieg des Lebens über den Tod. In der frühen Christenheit fanden oft Taufen an diesem Tag statt. Diese Tradition wird mancherorts neu belebt.


Papst-Segen "Urbi et Orbi" - "der Stadt und dem Erdkreis"
 

Papst Franziskus spendet nach der Ostermesse auf dem Petersplatz den Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) und verkündet seine Osterbotschaft. Dabei weist er traditionell auf die Not der Menschen in den schlimmsten Krisenregionen der Welt hin.


Im Jahr 325 hatte das Konzil von Nicäa den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling als Ostertermin bestimmt. Seither wird das Auferstehungsfest in den westlichen Kirchen zwischen dem 22. März und dem 25. April begangen. Wegen der unterschiedlichen Kalender feiern orthodoxe Christen Ostern oft an einem anderen Termin.

 


Kardinal Marx: Für eine freie Gesellschaft
 

Zum Osterfest hat der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, die Menschen dazu aufgerufen, sich für eine freie Gesellschaft zu engagieren. "Dazu braucht es viele Menschen, die ihre Freiheit verantwortlich und überzeugend leben. Ein solches Miteinander in einer Kultur der Freiheit ist kein Selbstläufer, es braucht täglichen Einsatz", sagte er laut vorab veröffentlichtem Text in seiner Predigt am Ostersonntag im Münchner Liebfrauendom.

 

 


Der Glaube an Ostern sei ein "Durchbruch", der "ins Freie führt, in die Freiheit der Kinder Gottes", so der Münchner Kardinal und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Die Begegnung mit Christus bestärke Gläubige in der "Hoffnung darauf, dass ein Miteinander auch von Menschen unterschiedlicher Glaubensüberzeugungen und Kulturen gelingen kann, weil wir gemeinsam Menschen sind."

 

 


Zusammenleben der Kulturen "kein Selbstläufer"
 

Die biblische Osterbotschaft führt die Menschen nach Überzeugung von Kardinal Reinhard Marx zu Freiheit und eröffnet ihnen neue Möglichkeiten für ihr Leben. Denn Ostern sei für die Menschen eine "Explosion" und ein "Qualitätssprung" in eine neue Lebenswirklichkeit, betonte Marx laut vorab veröffentlichter Mitteilung im Münchner Dom. Von der Ostererfahrung gehe die Hoffnung aus, dass ein Miteinander auch von Menschen unterschiedlicher Glaubensüberzeugungen und Kulturen gelingen könne. Mit dem österlichen Glauben seien die Menschen wirklich frei, und nicht verdruckst, in sich verklemmt oder voller Misstrauen und Angst. Eine friedliches Zusammenleben in einer Kultur der Freiheit sei jedoch kein Selbstläufer. Deshalb brauche es viele Menschen, die ihre Freiheit verantwortlich und überzeugend leben, sagte der Erzbischof von München und Freising.

In der Auferstehung Jesu habe Gott einen "Aufstand gegen alle Mächte des Todes angezettelt, gegen alle Mächte des Hasses, der Gewalt und der Sünde", betonte der Kardinal. Die Überwindung dieser Mächte durch die Ostererfahrung gehöre zum "Kern der christlichen Identität" und zur christlichen Prägung dieses Landes.

 

 

 

 


Bedford-Strohm: Arme nicht ausgrenzen
 

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, warnt in seiner Osterpredigt davor, Arme und Schwache auszugrenzen. Die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi bedeute für jeden und jede ein neues Leben, sagte Bedford-Strohm laut einer vorab veröffentlichten Mitteilung in seiner Predigt am Sonntag im Berliner Dom.

Jeder Mensch müsse spüren und erfahren, dass er Teil dieser Gesellschaft sei, dass er gewollt sei und gebraucht werde. "Dass alle Menschen in unserer Gesellschaft, auch die Schwächsten und Verletzlichsten, in diesem Gefühl leben können, das ist die große Aufgabe in Politik und Gesellschaft der nächsten Jahre."

Bedford-Strohm, der evangelische Landesbischof von Bayern, erinnerte in seiner Osterpredigt auch an den US-Bürgerrechtler Martin Luther King, der vor 50 Jahren erschossen wurde. Die Botschaft, die dieser in einem fiktiven Brief des Apostels Paulus an die Amerikaner formuliert habe, sei nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland heute noch aktuell: "Ihr müsst eure mächtigen wirtschaftlichen Ressourcen nützen, um die Armut aus der Welt zu vertreiben. Gott will nicht, dass ein Volk im Überfluss und Reichtum lebt, während andere nur die Armut kennen."

Der Berliner Bischof Markus Dröge erklärte zu Ostern, ihm sei in diesem Jahr das Osterevangelium als Friedensbotschaft besonders wichtig. Er zitierte die Bergpredigt: "Selig sind die, die nach Gerechtigkeit und nach Frieden suchen." Diese Friedensbotschaft Jesu habe den Hass derer provoziert, die sich mit Gewalt durchsetzen wollten. "Aber am Ostermorgen hat Gott gezeigt, dass er Hass, Gewalt und Tod überwindet. Zu Ostern feiern wir, dass Gott mit seiner Friedensbotschaft die Hassprediger dieser Welt entmachtet!"