• Wegen verschobenen Operationen geht den Kliniken das Geld aus.
  • Engpässe bei den Gehaltszahlungen des Krankenhauspersonals drohen.
  • Das Bundesgesundheitsministerium kündigt Hilfen für das neue Jahr an.

Die Corona-Pandemie bestimmt seit fast einem Jahr den Alltag vieler Menschen. Dabei ist es vor allem das Krankenhauspersonal, das Tag und Nacht arbeitet, um das Leben vieler Menschen zu retten. Umso abstruser scheint es, dass ausgerechnet diese Menschen bald kein Gehalt mehr für ihre Arbeit bekommen könnten. Der Grund: In ganz Deutschland ging im Jahr 2020 die Zahl an stationäre Operationen in den Krankenhäusern zurück, alleine während der ersten Corona-Welle im Frühjahr um fast 41 Prozent. Den betroffenen Kliniken entgingen Einnahmen aus dem Regelbetrieb in Millionenhöhe. Dieses fehlende Geld könnte jetzt zu finanziellen Engpässen führen.

Krankenhausgesellschaft schlägt Alarm: Kliniken können bald Gehälter nicht mehr zahlen

Der Bund unterstützte bisher die Krankenhäuser mit Rettungsschirmen, zuletzt Mitte Dezember. Diese reichen aber laut Krankenhausgesellschaft nicht aus. Nach dem Konzept des Bundesgesundheitsministeriums erhalten Kliniken, die sich in besonders stark belasteten Corona-Gebieten befinden, Ausgleichszahlungen, wenn sie auf aufschiebbare Eingriffe verzichten und damit Betten freihalten. 

Dieser Rettungsschirm erfasse jedoch lediglich 25 Prozent der Kliniken in Deutschland, so der Präsident der Krankenhausgesellschaft Gerald Gaß. "Wenn die Bundesregierung die Hilfen nicht deutlich erhöht, werden flächendeckend Kliniken bereits im ersten Quartal 2021 nicht mehr die Gehälter ihrer Mitarbeiter zahlen können", sagte Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland  (RND).

Die Kliniken sollten ihr monatliches Budget aus dem Jahr 2019 erhalten, schlägt Gaß eine Lösung für den drohenden finanziellen Engpass vor. Am Ende des Jahres 2021 könne dann spitz abgerechnet werden.

Reaktion des Bundesgesundheitsministeriums

"Wir wollen und werden die Liquidität der Krankenhäuser in der Krise sichern. Darauf können sich die Beschäftigten verlassen", so der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Demnach würden sich Bund und Länder Anfang Januar über weitere notwendige Maßnahmen beraten.

Viele Kliniken hoffen auf weitere staatliche Hilfen, denn trotz der deutschlandweit gestarteten Corona-Impfungen, werden die kommenden Monate für sie belastend werden.