Nach fünf Wochen Schließung und Ferien gehen die ersten Schüler wieder zur Schule. In Sachsen haben Abiturienten am Montagmorgen in kleinen Gruppen die Prüfungsvorbereitungen begonnen.

Um Schüler und Lehrer vor einer Infektion zu schützen, wurden Schutzmasken verteilt und Desinfektionsmittel bereitgestellt. Andere Bundesländer folgen in den nächsten Tagen, Nordrhein-Westfalen etwa am Donnerstag.

Ebenfalls unter zahlreichen Abstands- und Hygieneregelungen begannen in Berlin und Brandenburg die Abiturprüfungen. Für die Abiturienten in Hamburg und Schleswig-Holstein stehen sie ab Dienstag an. Das sind allerdings nicht die ersten Länder: In Hessen und Rheinland-Pfalz waren bereits im März noch während der Schulschließungen die Abi-Prüfungen geschrieben worden.

In den meisten Bundesländern startete an den Hochschulen am Montag außerdem das Sommersemester - allerdings nicht mit herkömmlichen Vorlesungen und Seminaren, sondern mit digitalen Lehrveranstaltungen. Prüfungen dürfen nun aber auch hier wieder stattfinden. Außerdem dürfen Labore, Bibliotheken und Archive unter strengen Auflagen öffnen.

Bund und Länder hatten vor knapp einer Woche vereinbart, dass Schulen grundsätzlich bis Anfang Mai geschlossen bleiben sollen. Prüfungen und Prüfungsvorbereitungen für Schüler, die jetzt vor dem Abschluss stehen, dürfen demnach aber bereits vorher stattfinden. Von dieser Ausnahmeregelung machen einige Bundesländer nun Gebrauch. Ab dem 4. Mai soll dann der Regelschulbetrieb auch für die obersten Grundschulklassen schrittweise wieder aufgenommen werden.

Der Deutsche Lehrerverband rechnet trotzdem auf lange Sicht nicht mit normalen Verhältnissen. «Wenn Schätzungen der Gesundheitsexperten richtig sind, dass es noch ein Jahr dauern könnte, dann müssen wir uns auch mindestens ein Jahr an den Schulen auf erhebliche Einschränkungen einstellen, also weit bis ins nächste Schuljahr hinein», sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger im «Bild»-Talk «Die richtigen Fragen».

Die überwiegende Mehrheit der deutschen Hochschulen ist dabei einer Befragung zufolge optimistisch: In einer Sonderbefragung des Hochschul-Barometers gaben knapp 90 Prozent der Hochschulleitungen an, dass sie sich (eher) gut gerüstet fühlten, Lehrveranstaltungen übergangsweise digital zu organisieren.

Mehr als 90 Prozent der 168 befragten Hochschulen empfinden die aktuelle Situation darüber hinaus als Chance, sich im Bereich der digitalen Lehre langfristig besser aufzustellen.