Die Wetterprognosen für den Sommer 2020 stimmen weitestgehend überein: Es wird heiß. Bereits zum Jahresbeginn haben sich diverse Meteorologen zur Wetter-Vorhersage geäußert. Die Daten gaben dabei jedoch kein gesichertes Bild her.

Mittlerweile zeigen die Untersuchungen, dass uns eine Jahreszeit bevorsteht, die von Dürre, Trockenheit und Hitze geprägt ist. 

Update vom 27.05.2020: "Hitzesommer"-Warnung für 2020

Die "Weltwetterorganisation (WMO)" warnt aktuell vor einem Hitzesommer enormem Ausmaßes. Die wärmste Jahreszeit könnte "WMO"-Angaben zufolge Temperaturrekorde brechen. Diese Warnung bezieht sich insbesondere auf die nördliche Hemisphäre beziehungsweise Erdhalbkugel. 

Dies sei bereits in den Anfangsmonaten des Jahres 2020 durch Messungen deutlich geworden, erklärte jüngst Clare Nullis, Sprecherin der "WMO", in Genf. Deshalb müssten sich nun Städte und Gemeinden darauf vorbereiten, Menschen schützen zu können. Die aktuelle Lage rund um das Coronavirus "Sars-CoV-2" verkompliziert dies. Ein Beispiel: Generell empfiehlt der "Deutsche Wetterdienst" und das "Bundesumweltamt" überhitzte Wohnungen zu meiden. Gewöhnlich wurde von Seiten der Behörden empfohlen, sich beispielsweise in gekühlten Einkaufszentren aufzuhalten. Bezüglich des Infektionsrisikos sind derartige Lösungen im Sommer 2020 schwer vorstellbar. Große Menschengruppe gelten laut Angaben von zahlreichen Virologen als potenzielle "Hot-Spots" für die Virus-Ausbreitung. 

Die "Weltgesundheitsorganisation (WHO)" unterstreicht die Hitzewarnung der "WMO" für 2020. "Wir müssen auf einen langen, heißen Sommer vorbereitet sein", so die "WHO". Die Häufigkeit, Intensität und Dauer von Hitzewellen nehme zu, heißt es weiter. Dabei rückt der Faktor der Dürre und Trockenheit in den Fokus. Die Böden in Deutschland und Europa sind bereits Ende Mai verdorrt und ausgetrocknet. Deshalb stieg in den vergangenen Monaten bereits die Waldbrandgefahr.

Die Regenprognose im Sommer 2020 fällt eher dürftig aus. Berechnungen des "Europäisches Zentrums für mittelfristige Wetter-Vorhersage" nach, fiel im Mai nur die Hälfte der "normalen" Regenmenge in Deutschland. Für den Juni und Juli erwarten die Meteorologen ein ähnliches Bild: Die Sommermonate fallen zu trocken aus. 

Erstmeldung vom 04.01.2020: Steht 2020 ein "Horrorsommer" bevor? "DWD" klärt auf 

Folgt ein "Horrorsommer" auf diesen "Horrorwinter"? Von einem vergleichsweise milden Winter sprach der "Deutsche Wetterdienst (DWD)" schon Anfang Dezember 2019. Und dennoch kursierten Begriffe wie "Horrorwinter" oder "Jahrhundertwinter" in den Medien. Verantwortlich für die Schlagwörter und die Prognose war der Meteorologe Dominik Jung. Mit Blick auf die nahe Zukunft sprach er beispielsweise von einer "Vorhersage des Grauens". Dies begründete Jung mit der stetig ansteigenden Durchschnittstemperatur in den Wintermonaten.

Auf Jungs Prognosen reagierte der "DWD" damals mit einer Klarstellung. Allerdings folgte weder eine Korrektur noch eine Gegendarstellung der "Schock"-Vorhersage - eher eine Bestätigung. Die Wetterexperten des "Deutschen Wetterdienstes" schlossen das Szenario eines "Horrorwinters" nicht zwingend aus, gaben allerdings zu verstehen, dass sie darunter einen eher milden und schneearmen Winter verstehen.

Neue "Schockprognose" zum Sommer 2020: Was steckt dahinter?

Nun hat Jung erneut eine Wetterprognose abgegeben. Konkret geht es dabei um eine Vorschau auf den Sommer 2020. In diesem Fall ist von einer "Schockprognose" die Rede. Doch was steckt dieses Mal dahinter? inFranken.de hat beim "Deutschen Wetterdienst" nachgefragt.

"Horrorsommer" und "schlimme Prognose"? DWD reagiert

Die Prognose des wetter.net-Experten stützt sich auf Daten des britischen Wetterdienstes "Met Office". Demnach wird die globale Mitteltemperatur für 2020 durch einen schwankenden Erwartungswert angegeben. Jung zufolge deuten diese Daten auf eine neue "Rekordhitze" in ganz Europa hin. Der "DWD" stimmt zu: "Der DWD hält die Prognose für ein weiteres warmes Jahr für sehr plausibel", erklärt der Wetterdienst auf Nachfrage von inFranken.de.

Dies werde durch die Vorhersagen der bevorstehenden vier Jahresmittel beziehungsweise Durchschnittstemperatur gestützt. Mittelfristige Klimaprognosen, die Anfang 2018 definiert wurden und dem Projekt "MiKlip" entstammen, zeigen "ähnlich hohe Werte" für die nächsten Jahre. "MiKlip" wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Allerdings relativiert der "DWD" die Aussagen: "Wie sich dieser Temperaturanstieg auf die Bundesrepublik auswirkt, wird Gegenstand der Auswertung kommender Langfristprognosen sein, in denen auch immer viele Unsicherheiten zu berücksichtigen sind", teilen die Meteorologen inFranken.de mit. Für den Sommer 2020 gebe es noch keine "hinreichend langen Modell-Vorhersagen". Eine erste eindeutige Sommerwetter-Prognose plant der "DWD" Anfang März zu veröffentlichen.

Temperaturrekorde? Wetterdienst bezieht Stellung

Hitzewellen, Dürre und Starkregen - extreme Wetterereignisse häufen sich. Der "Deutsche Wetterdienst" sieht den Hauptgrund dafür im Fortschreiten des Klimawandels: "Aufgrund der anhaltend hohen Emissionen von Treibhausgasen in die Atmosphäre ist ein Fortschreiten der Erwärmung absehbar und damit sind auch für Deutschland neue Temperaturrekorde möglich."

Gemeinsam mit dem Jahr 2014 war das Jahr 2019 das bisher zweitwärmste in Deutschland, seit Beginn der regelmäßigen Temperaturaufzeichnungen, die im Jahr 1881 begann. Die Mitteltemperatur lag 2019 bei 10,2 Grad Celsius, wie es von Seiten des "DWD" heißt.

Weltweit gesehen war 2019 das zweitwärmste Jahr der Geschichte - hinter 2016. Das zeigen Daten des US-Wetterdienstes "NOAA".

Wie entstehen Wettervorhersagen - und warum sind Warnungen oft falsch?

Im Radio wird für den kommenden Abend vor starkem Regen, Gewittern und Hagel gewarnt. Also sagt man den Grillabend ab und packt die Regenjacke ein. Und dann scheint den ganzen Tag die Sonne. Im Nachbardorf schaut es aber schon wieder ganz anders aus. Wie kann das sein? Wer ist überhaupt für die Wetter-Vorhersagen verantwortlich?