Drei Personen haben aus Versehen bei der zweiten Corona-Impfung Astrazeneca statt Biontech bekommen. "Kein Grund zur Sorge", sagt ein Experte. Sie könnten sogar noch besser vor Covid-19 geschützt sein.

Bei der Zweitimpfung gegen Corona ist es in Saarbrücken in drei Fällen zur Verwechslung des Impfstoffes gekommen. Die Erstimpfung sei mit dem Präparat von Biontech erfolgt, bei der Zweitimpfung sei dann aber Astrazeneca gespritzt worden, sagte der Sprecher des Regionalverbandes Saarbrücken am Donnerstag. Es habe sich um "menschliches Versagen" von Mitarbeitern gehandelt. "Dass das passiert ist, ist bedauerlich", sagte er. "Aber wo Menschen arbeiten, passieren leider auch Fehler." Zuvor hatte der Saarländische Rundfunk (SR) darüber berichtet. In Rheinland-Pfalz seien solche Fälle nicht bekannt, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Mainz.

Verwechslung des Impfstoffs in drei Fällen: Ein Grund zur Sorge?

Die Fälle seien in den vergangenen beiden Wochen geschehen, sagte der Sprecher. Den drei Personen, bei denen es zu Verwechslungen gekommen war, gehe es gut. Sie hätten keine Nebenwirkungen gezeigt. Es handele sich um ältere Leute, in einem Fall wisse man, dass die Person über 80 Jahre alt sei.

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Eigentlich dürfte so etwas nicht passieren: Es gebe im Impfzentrum Saarbrücken viele Sicherheitsschranken - vom Einlass bis zur Impfgabe. Die Personen, die geimpft würden, bekämen farblich unterschiedliche Bändchen, je nach Impfstoff. "Bei Astrazeneca ist es blau, bei Biontech weiß." Dann gebe es eigene Klemmbretter in Blau, die Formulare seien bläulich gefärbt und auch das Tablett mit dem Astrazeneca-Impfstoff sei blau.

"Dennoch kam es in drei unterschiedlichen Fällen zu einer Verwechslung bei der Zweitimpfung", so der Sprecher. Pro Tag würden in dem Impfzentrum 1600 bis 1700 Menschen pro Tag geimpft. Die Zweitimpfungen mit Astrazeneca sollten im Saarland ab Mitte April beginnen. Derzeit sind Impfungen mit dem Präparat ausgesetzt.

Experten vermuten: Kombination aus zwei Impfstoffen vorteilhaft

Die Impfstoffverwechslung sei "kein Grund zur Sorge", sagte der Chefarzt der Inneren Medizin I - auch Infektiologie - im Klinikum Saarbrücken, Professor Daniel Grandt. Im Gegenteil: Es gebe Daten aus einer jüngst publizierten Untersuchung mit Mäusen, dass "die Kombination von zwei verschiedenen Impfstoffen zu einer besseren Immunantwort und zu einem besseren Schutz vor Covid-19 führt als die Impfung mit nur einem Impfstoff".

In Großbritannien (Oxford) starte daher gerade eine Studie mit 800 Probanden, bei der man genau diese Frage untersuchen werde, sagte Grandt, der 13 Jahre Mitglied im Vorstand der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft war. Die Probanden würden zunächst mit dem Impfstoff von Astrazeneca oder von Biontech und danach mit dem jeweils anderen geimpft.

Grandt sagte, er plädiere nach den derzeitigen Empfehlungen derStiko dafür, beide Impfungen mit dem gleichen Impfstoff vorzunehmen. Es sei aber dennoch sinnvoll, die Kombination von Impfstoffen gegen Corona zu untersuchen - da es neben möglichen Verwechslungen auch zu Situationen kommen könne, dass der erste Impfstoff zum Zeitpunkt der Zweitimpfung nicht verfügbar sei. Neue Nebenwirkungen als die bereits bekannten seien in der Kombination nicht zu erwarten.

Kein erhöhtes Risiko zu erwarten: weitere Studien folgen

Auch in Russland werde zu dem Thema gerade eine Studie aufgelegt. Dabei werde die Kombination von Astrazeneca und Sputnik V untersucht, sagte Grandt, in dessen Klinik bereits knapp 1000 Covid-Patienten behandelt worden sind.

 

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