In der aktuellen Diskussion um Kinderehen von jungen Migranten sprach sich die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz

(SPD), gegen ein generelles Verbot aus. «Ein pauschales Verbot von Ehen von Minderjährigen ist zwar vielleicht gut gemeint, kann aber im Einzelfall junge Frauen ins soziale Abseits drängen», sagte sie den

Zeitungen der Funke-Mediengruppe. «Werden ihre Ehen aberkannt, verlieren sie unter anderem Unterhalts- und Erbansprüche, ihre Kinder wären unehelich, für viele würde das sogar eine Rückkehr

in ihre Heimatländer unmöglich machen.»

Laut Ausländerzentralregister waren Ende Juli 2016 insgesamt

1475 in Deutschland lebende ausländische minderjährige

Personen verheiratet. In Deutschland dürfen Ehen derzeit grundsätzlich erst mit der Volljährigkeit geschlossen werden - in Ausnahmefällen aber schon mit 16 Jahren. Nach der Einreise Hunderttausender Flüchtlinge im vergangenen Jahr haben die Behörden mehrere hundert Kinderehen registriert.