Hochgerechnet auf das gesamte Jahr ergäbe das 64 476 Anträge. 2012 waren es noch 88 231 gewesen, der Rückgang würde sich damit auf knapp 25 Prozent belaufen.

«Der Beratungsbedarf zur Akteneinsicht oder zur Frage, ob man einen Antrag stellen solle, ist im Laufe dieses Jahres bei uns in Sachsen keinesfalls gesunken», sagte dagegen der sächsische Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Lutz Rathenow, der Zeitung. Viele Menschen trauten sich nach seiner Erfahrung aus verschiedenen Gründen aber noch immer nicht, einen Antrag zu stellen. Viele fürchteten unangenehme Überraschungen, sorgten sich, in der Behörde auf einen ehemaligen Stasi-Mitarbeiter zu treffen - oder wollten abwarten, bis alle zerrissenen Akten zusammengepuzzelt seien.