«Merkel ist gegen die Frauenquote, gegen die steuerliche Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften, und beim größten Zukunftsproblem der Menschheit, dem Klimawandel, blockiert sie massiv», sagte Spitzenkandidat Jürgen Trittin der «Welt am Sonntag». Die Grünen würden im Wahlkampf sehr deutlich machen, dass «in allen Bereichen, wo diese Gesellschaft mit Zwei-Drittel-, manchmal gar Drei-Viertel-Mehrheiten Veränderungen will, Frau Merkel rechts von der Mitte steht».

Es sei nicht «irgendein Guido Westerwelle, sondern die Regierung Merkel» gewesen, die für ihre Großspender aus der Hotellerie die Steuern gesenkt habe, fügte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag hinzu. «Es ist die Regierung Merkel, die Panzer nach Saudi-Arabien liefert, Bürgschaften für Atomkraftwerke in Brasilien übernimmt und zugleich die Entwicklungshilfe kürzt. Es ist Frau Merkel, deren Regierung einen gesetzlichen Mindestlohn verweigert.»

Selbst die Energiewende wertet Trittin nicht als Anknüpfungspunkt für ein eventuelles schwarz-grünes Bündnis. «Wie sollen wir denn verhandeln mit einer Partei wie der CDU, der bei der Energiewende der Ausbau der erneuerbaren Energien zu schnell geht?» Für seine Partei laute daher die Alternative: «Merkel oder Grün».