«Damals hatten wir Anhaltspunkte von Banken, dass es wegen einer verbreiteten Unsicherheit an einem Montag zu einem Run auf die Konten kommen könnte», sagte Steinbrück der «Sächsischen Zeitung» (Samstag). Heute sei die Situation anders. «Das Wirtschafts- oder "Geschäftsmodell" Zyperns unterscheidet sich fundamental von unserem.»

Im Oktober 2008 hatte der damalige Bundesfinanzminister Steinbrück zusammen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) garantiert, die deutschen Sparbücher seien sicher.

Die europäische Einlage-Garantie für Erspartes bis 100 000 Euro hat nach Angaben Steinbrücks mit der für Zypern diskutierten Abgabe auf Bankeinlagen nichts zu tun. «Die Garantie für Konten bezieht sich auf den Bankrott-Fall einer Bank, nicht auf die einmalige Erhebung einer Abgabe. Insofern ist die Interpretation falsch, dass die Einlagensicherung von 100 000 Euro in einem solchen Fall greifen müsste.»

Steinbrück kritisierte die Verhandlungsführung der Bundesregierung in Sachen Zypern. Die Einbeziehung der Kleinsparer sei unter aktiver Mitwirkung der Bundesregierung zustande gekommen. «Dadurch sind dann Ängste entstanden, die sogar bis nach Deutschland schwappen», sagte der SPD-Politiker.