Zum symbolischen ersten Spatenstich war der stellvertretende kuwaitische Botschafter, Hamad Ali Alhazim, in den Hamburger Stadtteil Horn gekommen. Er begrüßte, dass das Islamische Zentrum Al-Nour die Geschichte und das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes unverändert lasse. «Dies macht das Gebäude zweifelsohne zu einem wichtigen Symbol für religiöse Toleranz», sagte Alhazim. Der Vorsitzende des Al-Nour-Zentrums, Daniel Abdin, sagte, die neue Moschee solle eine «Begegnungsstätte des interreligiösen Dialogs» werden.

Die Moschee soll im ersten Halbjahr 2016 fertig sein. Das Al-Nour-Zentrum hatte die Kirche Ende 2012 von einem Investor gekauft. Das Gebäude aus dem Jahr 1961 war bereits 2002 entweiht worden. Die evangelisch-lutherische Gemeinde hatte kein Geld für die Sanierung.

Die Nordkirche betrachtet die Transaktion als Sonderfall. Seit 2007 gibt es eine Rechtsverordnung, wonach Kirchengebäude nicht an nicht-christliche Religionsgemeinschaften - mit Ausnahme der jüdischen Gemeinden - verkauft werden dürfen. Als die Verordnung erlassen wurde, war die Kapernaum-Kirche aber bereits im Besitz eines Hamburger Kaufmanns, der das Gebäude im Internet anbot.