«Wenn es im Januar 2013 mehrere Kandidaten gibt, dann kann man darüber auch in einer Urwahl abstimmen», sagte Steinmeier dem «Hamburger Abendblatt» (Montag).

Vor wenigen Tagen hatte sich Gabriel bei einem Wahlkampfauftritt in Schleswig-Holstein ähnlich geäußert. Allerdings hieß es aus der Parteizentrale in Berlin dazu, dass ein Basisentscheid für 2013, bei dem zwei Mitglieder der sogenannten Troika gegeneinander antreten, höchst unwahrscheinlich sei. Neben Steinmeier und Gabriel gilt Ex-Finanzminister Peer Steinbrück als möglicher SPD-Kanzlerkandidat.

SPD-Vize Olaf Scholz erwartet nicht, dass es einen Mitgliederentscheid über den Kanzlerkandidaten geben wird. «Wenn es eine ernstzunehmende Konkurrenz gibt, die anders nicht zu entscheiden ist, dann ist eine Mitgliederbefragung richtig. Ich glaube aber nicht, dass es dazu kommen wird. Der Parteivorsitzende wird einen Kandidaten vorschlagen, mit dem alle zufrieden sind», sagte der Hamburger Bürgermeister der «Welt» (Montag).

Steinmeier warnte vor einer zu frühen Festlegung auf den SPD-Herausforderer von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). «Ich war schon mal mehr als ein Jahr lang Kanzlerkandidat und weiß, dass das eine lange Zeit ist. Es gibt keine Not, sie noch länger zu machen.» Er sprach sich dafür aus, die «K-Frage» nach der Landtagswahl in Niedersachsen, «also Ende Januar oder Anfang Februar 2013» zu klären. Das Vorschlagsrecht hat der Parteivorsitzende Gabriel.