"Jeden Tag läuten unsere Glocken für den Frieden", sagte Pfarrerin Dorothea Strauß bei der Andacht in der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz. "Heute läutet die Totenglocke". Mit einer Gedenkminute erinnerten die Besucher an die Opfer und die Angehörigen des Anschlags.

Rund 200 Menschen nahmen an der Andacht in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche teil. Die evangelische Kirche gilt als Wahrzeichen Berlins. Schätzungen zufolge besuchen fast eine Million Menschen jedes Jahr den auch bei Touristen beliebten Ort.


Hunderte Menschen tragen sich in Kondolenzbücher in Berlin ein

Bereits seit 11.30 Uhr hatten sich in der Kirche Hunderte Menschen in die beiden Kondolenzbücher zum Gedenken an die Anschlagsopfer eingetragen. Am Abend sollte ein Gedenkgottesdienst in dem Gotteshaus stattfinden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sowie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) wurden erwartet.

Am Montagabend war ein Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gefahren. Zwölf Menschen kamen ums Leben, 48 wurden verletzt.


Gauck: Attentat in Berlin Angriff auf Mitte der Gesellschaft

Bundespräsident Joachim Gauck hat mit Bestürzung auf die tödliche Fahrt eines Lastwagens über einen Berliner Weihnachtsmarkt reagiert. "Dies war ein Angriff auf unsere Mitte, auf unsere Art zu leben", sagte Gauck am Dienstag in Berlin. "Viele Menschen sind nicht nur persönlich erschüttert, sondern sie empfinden diese Tat als Angriff auf unser Leben."
Die Bürger seien untrennbar vereint mit den Angehörigen der Opfer. "Wir werden Sie nicht alleine lassen", sagte Gauck mit Blick auf die Verwandten. "Unser Zusammenhalt wird nicht schwächer. Er wird stärker, wenn wir angegriffen werden", erklärte der Bundespräsident. "Der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen." Die Bürger könnten darauf vertrauen, dass der Staat entschlossen handeln werde, um Sicherheit zu gewährleisten. Ganz besonders denke er an die Menschen, die geholfen haben, fügte der Bundespräsident mit Blick auf die Rettungskräfte hinzu.