Die CSU ist bei der Bundestagswahl mit nahezu 50 Prozent wieder fast in alte Höhen vorgestoßen. "Der Sieger des heutigen Abends steht fest: Das ist die Christlich-Soziale Union", verkündete Parteichef Horst Seehofer am Sonntagabend nach den Hochrechnungen. Damit winkte der CSU ein noch besseres Ergebnis als bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag, als die Partei 47,7 Prozent geholt hatte. CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt sprach von einem sensationellen Ergebnis.

Die SPD erreichte laut Hochrechnung in Bayern 19,8 Prozent - etwas weniger als bei der Landtagswahl, aber mehr als bei der Bundestagswahl 2009. Dies wäre aber immer noch das zweitschlechteste Ergebnis für die bayerische SPD bei einer Bundestagswahl seit 1945. Die Generalsekretärin der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, wertete das Abschneiden ihrer Partei aber dennoch als stabilen Aufwärtstrend für ihre Partei im Freistaat. "Wir haben deutlich zugelegt im Vergleich zur letzten Bundestagswahl."

Wahlverlierer sind die kleineren Parteien: Die FDP rutschte laut Hochrechnung von den 14,7 Prozent der Wahl 2009 massiv auf 4,8 Prozent ab. "Das ist natürlich ein niederschmetterndes Ergebnis", sagte der scheidende FDP-Wirtschaftsminister Martin Zeil zu dem Wahldebakel. Der niederbayerische FDP-Politiker Dietrich Gumppenberg forderte den Rücktritt der Berliner Parteispitze: "Jetzt muss es einen radikalen Schnitt geben ohne Ansehen der Person."

Auch bei den Grünen machten sich Enttäuschung und Ernüchterung breit, nachdem sie laut Hochrechnungen von 10,8 auf 8,4 Prozent abrutschten. "Das Ergebnis ist richtig schlecht, ein richtiger Schlag ins Kontor", sagte der grüne Landeschef Dieter Janecek. Die Bundesvorsitzende und bayerische Spitzenkandidatin Claudia Roth sprach von einer heftigen Niederlage. Die Grünen hatten eigentlich gehofft, sowohl bei der Landtags- als auch bei der Bundestagswahl deutlich über zehn Prozent zu kommen. Weil die FDP aber noch schlechter abschneidet, sind die Grünen trotzdem drittstärkste politische Kraft in Bayern geworden.

Die Freien Wähler liegen nach Hochrechnungen auch im Stammland von Parteichef Hubert Aiwanger mit 3,0 Prozent klar unter der Fünf-Prozent-Hürde. Einziger Trost blieb Aiwanger das Abschneiden der FDP. "Wenn die FDP wirklich raus ist, wäre das für uns die große Chance, die Mitte zu besetzen." Da die Freien Wähler in anderen Bundesländern voraussichtlich noch sehr viel schlechter abschneiden als in Bayern, hat Aiwanger sein Ziel weit verfehlt, in die Bundespolitik vorzustoßen.

Die Linke verschlechterte sich von 6,5 auf 3,6 Prozent. Die erst vor wenigen Monaten gegründete Anti-Euro-Partei Alternative für Deutschland erhielt in Bayern 4,3 Prozent. dpa