Der Himmelspalast fällt: Das chinesische Raumlabor "Tiangong 1" ("Himmelspalast") wird voraussichtlich zwischen 22 Uhr und 5 Uhr Mitteleuropäischer Zeit am 2. April in Einzelteilen auf die Erdoberfläche herabfallen. Davon geht der Experte Holger Krag von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa aus, wie er am Sonntag sagte. Von der ursprünglich 8,5 Tonnen schweren Raumstation treffen etwa 1,5 bis 3,5 Tonnen nach dem Eintritt in die Atmosphäre auf die Erde.


Tiangong 1: Absturz-Vorhersage unmöglich

Ein genauer Ort sei nicht zu prognostizieren. Nach dem Eintritt in die Atmosphäre werden laut Krug die Einzelteile des Weltraummülls auf einem Abschnitt von rund 1000 Kilometern Länge niederstürzen. Weil aber "Tiangong 1" noch mehrere Male in 160 Kilometer Höhe mit 27.000 Kilometern pro Stunde die Erde umrunde, sei eine Vorhersage derzeit unmöglich. Zu dem unbemannten "Himmelspalast" besteht seit 2016 kein Kontakt mehr.


Deutschland wahrscheinlich nicht betroffen

Sicher sei aber nach wie vor, dass der Weltraumschrott in einem Band von 43 Grad nördlicher Breite (dort liegt etwa Marseille) und 43 Grad südlicher Breite (dort liegen etwa Argentinien oder Australien) auf die Erde treffe. Deutschland wäre davon nicht betroffen.

Der Wiedereintritt der Raumstation sei nicht vergleichbar mit einem Meteoriteneinschlag, betonte Krag. Die Trümmer fielen ab 30 Kilometern Höhe mit der normalen Fallgeschwindigkeit. Daher werde es auch keine Krater geben. "Die Wahrscheinlichkeit von einem Trümmerteil verletzt zu werden, ist so hoch wie die Möglichkeit von einem Blitz zweimal in einem Jahr getroffen zu werden."
China hatte "Tiangong 1" im September 2011 ins All geschossen, wo das Raumlabor über die Jahre sechs Kopplungsmanöver mit chinesischen Raumschiffen der "Shenzhou"-Reihe absolvierte. Seit 2016 umkreist auch der Nachfolger der "Tiangong 1" die Erde.