Nach der coronabedingten Zwangspause hat die Geraer Kunstsammlung am Mittwoch ihre neue Sonderausstellung zur Kunst des Magischen Realismus in den Niederlanden eröffnet - rund fünf Wochen später als ursprünglich geplant.

«Ich hatte schon Angst, dass die Ausstellung wieder abgebaut wird und niemand hat sie gesehen», sagte die Kulturamtsleiterin Claudia Tittel. Dafür ist es der Stadt gelungen, die Leihgaben des Kunstmuseums Arnheim länger in Ostthüringen zu behalten: Die Schau ist nun bis Ende August zu sehen.

Gezeigt werden mehr als 50 Gemälde und Zeichnungen von Künstlern wie Raoul Hynckes, Dick Ket, Carel Willink und Pyke Koch. Sie gelten als wichtige Vertreter des Magischen Realismus ihres Landes - einer Kunstrichtung, die parallel zur Neuen Sachlichkeit in den 1920er Jahren entstand. Neben gesellschaftskritischen Elementen finden sich in den Arbeiten auch surreale Traumwelten. Zu sehen sind Porträts, Stadtansichten und Stillleben. Dazu zählt Pyke Kochs Gruppenporträt «Frauen auf der Straße», in dem der Künstler mit Geschlechterrollen spielt und sich selbst als Frau mit Federboa verewigt hat.

Begleitet wird die Schau von einer Ausstellung mit teils großformatigen Fotografien der zeitgenössischen Arnheimer Künstlerin Louise te Poele. Sie greift Prinzipien der Stilllebenmalerei im 17. Jahrhundert auf und schafft so fantasievolle Bildarrangements.