Mit Simon Stones «Hotel Strindberg» ist das Berliner Theatertreffen eröffnet worden. In der preisgekrönten Mammut-Inszenierung des Wiener Burgtheaters brillierten Caroline Peters («Mord mit Aussicht»-Star und zweimalige Schauspielerin des Jahres) und Martin Wuttke.

Über mehr als vier Stunden tobte im Haus der Berliner Festspiele der Kampf der Geschlechter, deren Protagonisten allesamt aus dem erzählerischen Kosmos des Dramatikers August Strindberg herausgeschält sind. Der australische Regiestar Stone lässt die Akteure ihre Lieben, Streitigkeiten und Leidenschaften in einem überdimensionalen, dreistöckigen Puppenhaus ausleben. Die Zuschauer können durch gläserne Wände hindurch an dem Treiben teilhaben und sich als Voyeure fühlen.

Bis zum 20. Mai finden bei dem wichtigen Treffen der Szene auch Diskussionen und eine Konferenz zur Gleichberechtigung von Männern und Frauen am Theater statt. Erst vor wenigen Tagen hatte das Theatertreffen bekanntgegeben, in den nächsten beiden Jahren eine Frauenquote einzuführen.

Dann muss mindestens die Hälfte der zehn ausgesuchten Inszenierungen von Frauen oder überwiegend weiblichen Kollektiven stammen. In diesem Jahr trifft das auf drei zu. Von den ausgewählten zehn Stücken werden diesmal neun gezeigt. «Das Internat» von Ersan Mondtag kann aufgrund von «Schwierigkeiten bei der Terminfindung» in Berlin nicht aufgeführt werden, wie die Organisatoren erklärt hatten.