100 Jahre nach der Bauhaus-Gründung in Weimar hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) die Bedeutung der Bewegung hervorgehoben.

«Die Bauhäusler haben mit Mut zum Experiment provoziert und polarisiert, sie haben der Lethargie der Einfallslosen den Enthusiasmus der Fantasie entgegengesetzt», sagte Grütters am Freitag zur offiziellen Eröffnung des neuen Bauhaus-Museums Weimar.

Die Staatsministerin lobte den Neubau etwa dafür, Raum für kritisches Nachdenken und kontroverse Debatten auch über teils widersprüchliche Künstler zu geben. Weimar, die Stadt Goethes und Schillers, gelte schon lange als Schaufenster des Landes der Dichter und Denker, so Grütters. Mit dem neuen Bauhaus-Museum werden Gäste es nun auch als «Land der Dichter, Denker und Designer» kennenlernen.

Der Bund und das Land sind die Geldgeber für das Projekt, dessen Bau am Ende statt rund 22 Millionen etwa 27 Millionen Euro kostete. Zuvor war das Museum in einer ehemaligen Kunsthalle untergebracht, in der stets nur ein Bruchteil der umfangreichen Bauhaus-Sammlung der verantwortlichen Klassik Stiftung Weimar gezeigt werden konnte. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) teilte zur Eröffnung mit, dass mit dem Neubau das Bauhaus nun angemessen an seinem Entstehungsort präsentiert werde.

An dem Festakt nahmen rund 1000 geladene internationale Gäste etwa aus der Politik und Kulturbereichen teil. Auch Altbundeskanzler Gerhard Schröder und seine Ehefrau Soyeon Schröder-Kim waren darunter. Die Festrede hielt Martino Stierli, Kurator am weltberühmten Museum of Modern Art in New York.

Das neue Bauhaus-Museum Weimar entstand als Betonkubus nach Plänen der Berliner Architektin Heike Hanada. Im schlichten Inneren legt die Klassik Stiftung mit einer neuen Ausstellung über mehreren offene Ebenen verteilt den Fokus auf die Weimarer Zeit des Bauhauses.

Der Architekt Walter Gropius gründete 1919 das Staatliche Bauhaus in Weimar. Meister und Schüler beschäftigten sich auch mit gesellschaftlichen Fragen - mit teils umstrittenen Ausgang. 1925 musste die Schule Weimar aufgrund politischen Drucks gen Dessau verlassen. Auch dort konnte das Bauhaus nicht bleiben, zog um nach Berlin, wo die Nazis es 1933 schlossen. Bauhäusler gingen zum Teil in die ganze Welt hinaus und mit ihnen Ideen und Entwürfe der Schule.

Noch 1925 hatte Gropius eine Sammlung von 168 Bauhaus-Objekte aus den Werkstätten zusammengestellt. Diese bildeten den Grundstock der ältesten Bauhaus-Sammlung der Welt im Besitz der Klassik Stiftung. Teile davon sind auch im neuen Bauhaus-Museum zu sehen.