Die #BlackLivesMatters Demonstrationen polarisieren. Die Meinungen darüber gehen weit auseinander, oft spielen auch die Maßnahmen gegen das Coronavirus eine Rolle bei der Argumentation. 

Weltweit wird gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert, vor allem in den USA. Aber auch in Deutschland und Großbritannien finden Demonstrationen statt. Der ehemalige Tennis-Profi Boris Becker filmte sich beim Demonstrieren in London und traf damit einen Nerv.

"Ein Land von Rassisten?" - Boris Becker schockiert von den Reaktionen 

Nach Veröffentlichung des Videos auf Twitter bekam der Wimbledon-Gewinner die verschiedenen Meinungen schnell zu spüren. Am Samstag (06. Juni 2020) lud Becker ein kurzes Video auf Twitter hoch. Darin zeigt er sich mit Mundschutz auf einer #BlackLivesMatter-Demonstration in London.

Neben vielen positiven Kommentaren und Zustimmung vieler User trafen ihn auch Beleidigungen und Kritik: Einer der Hauptkritikpunkte ist der nicht eingehaltene Mindestabstand bei der Demonstration. Dieser Kritikpunkt ist stark umstritten: Einerseits wird damit die Rassismus-Debatte umgangen, was den Anschein einer Scheindebatte hat. Andererseits ist das Coronavirus nach wie vor präsent, Demonstrationen mit mehreren Tausend Teilnehmern könnten die Infektionszahlen wieder nach oben treiben

Einen Tag darauf erklärte Becker in einem weiteren Post, er sei "erschüttert, schockiert" und "erschrocken über die vielen Beleidigungen NUR aus Deutschland." Diese kann er nicht nachvollziehen und stellt abschließend die Frage: "Sind wir ein Land von Rassisten geworden...?"

Beckers persönlicher Bezug - Gesprächsbedarf vorhanden

Noch am selben Tag zeigte er sich erfreut über das positive Feedback der CNN und der DailyMail. Dort werde seine Teilnahme an der Demonstration "sehr positiv gesehen." Hingegen hätten es in Deutschland viele Menschen "immer noch nicht verstanden, dass es meine Familiengeschichte ist!" Er schließt den Tweet mit den Hashtags #Noah, #Elias, #Anna, und #Amadeus, den Vornamen seiner vier Kinder.

Am Tag darauf meldete sich der 52-jährige Familienvater erneut über Twitter. "Da habe ich wohl einen wunden Punkt getroffen" meint er. Auf den Tweet über seine Familiengeschichte und den #BlackLiveMatters Demonstrationen. 

Becker wünscht sich mehr Aufmerksamkeit für das Thema in Deutschland. Auf der gesamten Welt würde demonstriert, in den USA ist es das Thema Nummer eins. "Nur bei uns wird das so ein bisschen unter den Teppich gekehrt", meint Becker. Das solle sich ändern: "Wir sollten deutlich mehr darüber sprechen", erklärt er seine Sichtweise. Schließlich seien wir alle "eine Familie."